AtaraxiS 1.6 veröffentlicht

AtaraxiS ist ein kleines Tool zum Verwalten von Passwörtern und zum Verschlüsseln von Dateien. Andreas Müdespacher und ich haben AtaraxiS ursprünglich als Diplomarbeit geschrieben und seither immer weiter optimiert. So läuft AtaraxiS heute nicht nur unter Windows, sondern auch auf Mac und Linux.

 

GUI-Optimierungen für Linux

Unter Ubuntu wurde im letzten Jahr einiges bezüglich der grafischen Darstellung geändert. Dies führte bei einigen Dialogen wie dem Passwort-Generator zu nicht mehr lesbaren Knöpfen. Mit Version 1.6 haben wir alle Darstellungselemente überprüft und so modifiziert, dass diese unter Windows, Linux und Mac wieder funktionieren.

 

Aktualisierungen der Hilfsbibliotheken

Der grösste Aufwand für Version 1.6 ging in die Aktualisierung der Hilfsbibliotheken. Diese helfen AtaraxiS beim Verschlüsseln der Dateien, dem Speichern der Passwörter und bei der Erzeugung der Logmeldungen. Die Veränderungen reichten von nicht mehr unterstützten Methoden über geänderte Konzepte bis hin zu komplett neuen Funktionen zum Lesen von XML-Dateien.

Mit all diesen Arbeiten im Hintergrund steht AtaraxiS nun wieder auf einer aktuellen Basis. Mit dem Build-Server von Travis-CI werden nun bei jeder Änderung die ganzen Entwicklertests automatisch durchgeführt, was ungewollte Veränderungen am Code sehr schnell aufzeigt.

 

Download

Wer sich selber von AtaraxiS überzeugen möchte findet hier die passende Version:

Die Installation beschränkt sich aufs entpacken der Zip / Tar Datei. Dadurch kann man AtaraxiS auch problemlos auf einem USB-Stick entpacken und auf jedem Rechner mit einer JRE laufen lassen.

Heruntergeladene Assemblies entsperren

Ein Sicherheitsfeature von Windows ist für Entwickler besonders mühsam: Die Blockierung von aus dem Internet geladenen .Net-Assemblies. Versucht man so eine *.dll in einem Visual Studio Projekt zu verwenden trifft man auf diese Fehlermeldung:

Error 172 Could not load the assembly file://**/*.dll. This assembly may have been downloaded from the Web. If an assembly has been downloaded from the Web, it is flagged by Windows as being a Web file, even if it resides on the local computer. This may prevent it from being used in your project. You can change this designation by changing the file properties. Only unblock assemblies that you trust. See http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=179545 for more information.

 

Da sich der Entwickler ein wenig Zeit für eine sinnvolle Fehlermeldung genommen hat findet man im MSDN eine entsprechende Lösung. Für einzelne Dateien genügt es diese im Explorer zu öffnen und mittels Rechtsklick den Eigenschaften-Dialog zu öffnen. Dort wird einem der Zulassen-Knopf prominent angezeigt:

Datei von fremden Computern zulassen

Diese Lösung dürfte den meisten bekannt sein. So lange man nur wenige Dateien entsperren muss kommt man damit auch gut zurecht. Hat man allerdings ein Projekt mit unzähligen Assemblies, die noch für alle möglichen Windows-Plattformen in Unterprojekte gegliedert sind, braucht es etwas Besseres.

 

Streams

Um Dateien massenhaft und rekursiv über verschachtelte Ordner zu entsperren empfiehlt Microsoft das Tool „Streams“ von Sysinternals. Auch wenn dies mittlerweile in die Jahre gekommen ist macht es seinen Job noch immer zuverlässig.

Nach dem herunterladen und installieren steht einem Streams als Konsolenanwendung zur Verfügung. Startet man das Tool ohne Parameter zeigt es einem die möglichen Optionen an:

C:\>D:\Pfad\zu\Streams\streams.exe
Streams v1.56 - Enumerate alternate NTFS data streams
Copyright (C) 1999-2007 Mark Russinovich
Sysinternals - www.sysinternals.com

usage: D:\Pfad\zu\Streams\streams.exe [-s] [-d] <file or directory>
-s     Recurse subdirectories
-d     Delete streams

Um den Ordner _DEV rekursiv zu entsperren genügt dieser Aufruf:

C:\>D:\Pfad\zu\Streams\streams.exe –s –d _DEV

 

Fazit

Ein an sich guter Schutz für Gelegenheitsanwender ist für Entwickler in der täglichen Arbeit ein Hindernis. Je nach Projekt wird man sehr häufig Dateien aus dem Internet herunterladen und jedes Assembly von Hand entsperren ist auf die Dauer nicht nur mühsam, sondern braucht auch viel Zeit. Mit einem Werkzeug wie Streams lässt sich dieses Problem aber glücklicherweise sehr einfach lösen.