Exif und C#: Wege um an die GPS-Metadaten aus Bildern zu kommen

Das Auslesen von Exif-Metadaten aus JPEG-Bildern ist für zahlreiche Anwendungsgebiete sehr interessant. Anhand der GPS-Dateien kann man so beispielsweise seine Sammlung nach Aufnahmeort gruppieren oder alle Fotos finden, die mit einer bestimmten Kamera gemacht wurden.

In Ruby ist das Auslesen der Exif-Informationen dank Exifr sehr einfach. Für C# fehlt ein klarer Favorit, was zahlreiche kleine und wenig verwendete Bibliotheken hervorbrachte. Während solche Konkurrenzsituationen sonst zu einem belebten Markt führen, ist es in C# eher eine Spirale nach unten: Noch weniger Funktionalität und noch weniger Dokumentation – so jedenfalls scheint es bei einem Blick auf die Suchresultate in NuGet.
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Mein Technologieradar für 2015

Seit der Veröffentlichung meines ersten Technologieradars ist schon mehr als ein Jahr vergangen. Somit ist es höchste Zeit für einen Rückblick, ein Fazit und die Erstellung der nächsten Version.

 

Was brachte mir der Technologieradar?

Der grösste Pluspunkt für mich war die erzwungene Fokussierung. Ein bewusstes Einteilen von verschiedenen Technologien in die einzelnen Ringe hat mir sehr geholfen. Ganz wesentlich war der Ring Hold, in den alles hinein geht mit dem ich mich nicht beschäftigen wollte. Dadurch konnte ich mich auf die Technologien fokussieren, die ich als wichtig erachte und hatte dennoch genügend Zeit um auch auf Neues reagieren zu können.

Ein einmal erstellter Technologieradar ist kein starres Konstrukt. Wie ein richtiges Radar soll dieser vielmehr auf die Umgebung reagieren und wichtiges hervorheben.
Strukturierte Logmeldungen sind so ein neues Thema, das aus der vagen Idee von „Log as Data“ und „Business Event Tracking“ entstanden ist und zu einigen Blog Posts führte.

 

Mein neuer Technologieradar

Wie im letzten Jahr habe ich wiederum das Projekt Techradar von Brett Dargan verwendet. Die Ringe sind ebenfalls unverändert und folgen der Idee von ThoughtWorks:

  • Hold (abwarten): Keine neuen Projekte mit diesen Technologien starten.
  • Assess (einschätzen): Genauer hinschauen ob sich daraus etwas entwickelt.
  • Trial (ausprobieren): In kleineren und weniger wichtigen Projekten Erfahrungen sammeln.
  • Adopt (umsetzen): Bereit um in kritischen Anwendungen verwendet zu werden.

Mit der 2. Ausgabe macht es nun auch Sinn zwischen bestehenden und sich bewegenden Themen zu unterscheiden. Die Kreise stehen dabei für unveränderte Technologien, während die Dreiecke Neuigkeiten oder grosse Veränderungen markieren.

Techradar_2015

 

Techniken, Verfahren & Methoden

Techradar_2015_Techniques
In diesem Quadranten gibt es wenige Veränderungen. Das neue Thema der strukturierten Logmeldungen sowie Exploratory Testing sind aus meiner Sicht bereit für den produktiven Einsatz und können bei der Fehlervermeidung und Eingrenzung sehr hilfreich sein. Für die konkrete Umsetzung der strukturierten Logmeldungen in .Net hat sich Serilog als äusserst hilfreich erwiesen, während BugMagnet einem beim Exploratory Testing viel Arbeit abnimmt.

Die Visualisierung von Metriken ist ein Thema zu dem ich noch zahlreiche Abklärungen machen muss. Die Ideen dahinter sind sehr spannend, allerdings führen falsch verwendete Metriken zu grossen Problemen. Daher ist hier besondere Vorsicht geboten.

 

Infrastruktur, Plattformen & Services

Techradar_2015_Infrastructure
Beim letzten Radar zögerte ich noch mit der Empfehlung von RavenDB. Mit Version 3 sind diese Bedenken nun ausgeräumt. Fall ein Projekt eine NoSQL-Datenbank benötigt und darauf mittels C# oder einer REST-API zugreifen will, ist RavenDB meine favorisierte Lösung.

Docker ist ein spannender Ansatz um ganze Systemumgebungen auf Anwendungsebene zu virtualisieren. Diese unabhängigen Container vereinfachen nicht nur den Betrieb, sondern auch die Entwicklung. Mit den Ankündigungen von Microsoft für eine Implementierung auf Basis von Windows dürfte Docker auch bald in der .Net Welt eine grosse Rolle spielen. Somit ist es Zeit für einen genaueren Blick auf Docker.

Konkretes zu SharePoint 2016 wird Anfangs Mai zu erfahren sein. Je nach neuen Funktionen und Verbesserungen könnte SharePoint 2016 ein interessantes Thema werden. Mehr dazu wird man allerdings erst nach der Ignite-Konferenz wissen.

 

Sprachen und Frameworks

Techradar_2015_Languages
Eine sehr grosse Änderung kommt mittels ASP.Net 5 (ehemals ASP.Net vNext) auf die .Net Webentwickler zu. Grundlegende Änderungen in der Projektstruktur, eine komplett auf Mono lauffähige Umgebung und ein eine neue Verteilung der Aufgaben zwischen MVC und WebAPI führen zu einem grossen Lernbedarf. Ob sich dieser lohnt wird nicht zuletzt beim Migrationspfad entschieden. Je aufwändiger es ist eine Anwendung zu migrieren, desto länger werden die alten Versionen verwendet.

AngularJS ist ein Framework mit vielen offenen Fragen. Die inkompatible Version 2 setzt auf TypeScript, den JavaScript-Aufsatz den ich immer noch sehr skeptisch betrachte. Falls AngularJS so gut wird wie manche erhoffen, muss ich meine Position zu TypeScript überdenken. Allerdings könnte AngularJS genauso gut aus meinem Technologiestack fallen…

Bezüglich neuer Programmiersprachen sehen Swift und Go sehr interessant aus, allerdings hat auch C# 6 einige Neuerungen die man nicht verpassen sollte. Daher kann ich derzeit noch nicht abschätzen mit was ich mich am Ende mehr beschäftigen werde.

 

Tools

Techradar_2015_Tools
Balsamiq Mockups und Octopus Deploy sind 2 grandiose Werkzeuge, die einem viel Arbeit abseits der Entwicklung abnehmen. Mit den Mockups in Balsamiq lassen sich Anforderungen und Ideen einfach sammeln, während Octopus das Deployment auf wenige Klicks reduziert.

Entity Framework 7 wird Microsofts nächster Anlauf für einen OR-Mapper. Da erneut grundlegende Funktionen (wie Lazy-Loading) fehlen erinnert einem dies sehr stark an die Einführung von EF 4. Ob der Ansatz eines OR-Mapperers sowohl für relationale wie auch NoSQL-Datenbanken die fehlende Abwärtskompatibilität aufwiegt? Auch hier muss sich erst noch zeigen wie gut die veröffentlichte Version wirklich ist.

Microsoft hat in diesem Bereich in den letzten Jahren sehr viel begonnen und kaum etwas langfristig unterstützt. Durch diese fehlende Kontinuität sind Micro ORMs wie Dapper für mich sehr interessant. Diese kommen ohne grosses Framework aus und liefern einen einfachen Zugang zu relationalen Datenbanken.

 

Fazit

Mit all den Neuerungen in der .Net und Microsoft Welt (Angefangen bei Windows 10 über EF 7 bis hin zu ASP.Net vNext) ist ein eigener Technologieradar aus meiner Sicht unverzichtbar.
Trotz der vielen Unsicherheiten kann man sich so auf einige Neuigkeiten fokussieren und verliert sich nicht in zu vielen Details. Daher kann ich jedem empfehlen sich selber einen Technologieradar zu erstellen. Die dafür investierte Zeit lohnt sich.

AtaraxiS 1.6 veröffentlicht

AtaraxiS ist ein kleines Tool zum Verwalten von Passwörtern und zum Verschlüsseln von Dateien. Andreas Müdespacher und ich haben AtaraxiS ursprünglich als Diplomarbeit geschrieben und seither immer weiter optimiert. So läuft AtaraxiS heute nicht nur unter Windows, sondern auch auf Mac und Linux.

 

GUI-Optimierungen für Linux

Unter Ubuntu wurde im letzten Jahr einiges bezüglich der grafischen Darstellung geändert. Dies führte bei einigen Dialogen wie dem Passwort-Generator zu nicht mehr lesbaren Knöpfen. Mit Version 1.6 haben wir alle Darstellungselemente überprüft und so modifiziert, dass diese unter Windows, Linux und Mac wieder funktionieren.

 

Aktualisierungen der Hilfsbibliotheken

Der grösste Aufwand für Version 1.6 ging in die Aktualisierung der Hilfsbibliotheken. Diese helfen AtaraxiS beim Verschlüsseln der Dateien, dem Speichern der Passwörter und bei der Erzeugung der Logmeldungen. Die Veränderungen reichten von nicht mehr unterstützten Methoden über geänderte Konzepte bis hin zu komplett neuen Funktionen zum Lesen von XML-Dateien.

Mit all diesen Arbeiten im Hintergrund steht AtaraxiS nun wieder auf einer aktuellen Basis. Mit dem Build-Server von Travis-CI werden nun bei jeder Änderung die ganzen Entwicklertests automatisch durchgeführt, was ungewollte Veränderungen am Code sehr schnell aufzeigt.

 

Download

Wer sich selber von AtaraxiS überzeugen möchte findet hier die passende Version:

Die Installation beschränkt sich aufs entpacken der Zip / Tar Datei. Dadurch kann man AtaraxiS auch problemlos auf einem USB-Stick entpacken und auf jedem Rechner mit einer JRE laufen lassen.

Kurz-Tipp: Pakete installieren wenn RubyGems nicht läuft

Wenn ein Service immer verfügbar ist macht man sich oft gar keine Gedanken wie man ohne diesen arbeiten kann. RubyGems.org ist so ein Service, der seit ich mich mit Ruby beschäftige, immer wie gewünscht seinen Zweck erfüllt hat. Egal was für ein Gem ich gesucht habe, RubyGems hat immer schnell und zuverlässig die benötigten Abhängigkeiten aufgelöst.

Anfang Dezember war dies für einmal nicht so. Infolge einer grossen DDOS-Attacke auf DNSimple war auch RubyGems.org nicht mehr erreichbar. Und ohne RubyGems.org gab es auch keine Chance mehr eine fehlende Bibliothek zu installieren.

Glücklicherweise liess sich das Problem schnell beheben. Um beim nächsten Ausfall weiterhin Gems installieren zu können beschreibe ich heute 2 mögliche Ansätze.

 

Gemfile anpassen

Nutzt man Bundler um mit einem Gemfile die Abhängigkeiten zu verwalten lässt sich bei einem Ausfall sehr einfach eine andere Paketquelle verwenden. Dazu genügt es die Zeile source mit einer alternativen Quelle zu versehen:

#source 'https://rubygems.org'
source 'http://production.cf.rubygems.org'

 

Neue Quelle hinzufügen

Abseits von Bundler kommt oft der Befehl gem install zum Einsatz. Da es dafür keine projektspezifische Konfigurationsdatei gibt muss man eine alternative Paketquelle für dass ganze System hinzufügen. Dazu kann man diesen Befehl verwenden:

gem sources --add http://production.cf.rubygems.org

Sobald RubyGems.org wieder funktioniert kann man diesen Eintrag nach dem gleichen Prinzip entfernen:

gem sources --remove http://production.cf.rubygems.org

 

Fazit

Ein solch wichtiger Dienst wie RubyGems.org schätzt man erst so richtig wenn dieser nicht mehr läuft. Wenn man aber weiss wie man eine alternative Paketquelle definieren kann muss man auch bei einem Ausfall seine Arbeit nicht unterbrechen.

Praktische Helfer rund um AngularJS

Wenn man sich ein wenig tiefer mit AngularJS beschäftigt stösst man bald einmal an eine steile Lernkurve. Was mit einfachem Data Binding angefangen hat wird plötzlich sehr kompliziert – vor allem wenn es an Direktiven geht. Mit den richtigen Helfern lässt sich allerdings viel vereinfachen. Einige dieser praktischen Werkzeuge und Pakete möchte ich heute vorstellen.

 

Batarang

Eines der häufigsten Probleme auf die ich treffe sind fehlende Daten. Objekte sind nicht dort wo ich sie erwarte oder Listen enthalten nicht die gewünschten Elemente. Aus einer kleinen Änderung wird so schnell eine endlose Suche nach dem Grund eines fehlgeschlagenen Data Bindings.

Batarang ist eine Erweiterung von Chrome und kann nicht nur als Profiler und Debugger verwendet werden, sondern auch zum anzeigen des Scopes. Dies vereinfacht die Suche nach den richtigen Objekten ungemein. Die Handhabung für die einfachen Aufgaben hat man sehr schnell im Griff, für alle anderen Möglichkeiten empfiehlt sich ein Blick in die Anleitung.

Batarang

 

Mehrere Browser zusammen verwenden

Als erstaunlich hilfreich hat sich für mich die Verwendung mehrerer verschiedener Browser erwiesen. Die Fehlermeldungen im Internet Explorer sind gelegentlich besser als die im Firefox, während dieser hin und wieder bessere Meldungen erzeugt als Chrome. Und um es richtig spannend zu machen liefert dann Chrome wiederum die besseren Meldungen als der Internet Explorer.

Kurzum: Um bei einem Problem die bestmögliche Unterstützung durch die Tools für Webentwickler zu bekommen muss man alle 3 Browser installiert haben. So kann man im Fehlerfall zwischen den Browsern hin und her wechseln bis man die Ursache des Problems angezeigt bekommt.

 

Plunker

Hin und wieder genügt der Debugger nicht und es führt nichts an einem 2. Paar Augen vorbei. Um ein Minimalbeispiel ohne grossen Aufwand zugänglich zu machen hat sich für mich der Service von Plunker (Plnkr.co) als äusserst hilfreich erwiesen.

Neben der Community-Funktion gibt es vor allem einen guten Editor der einem die aktuellsten Pakete von AngularJS, Bootstrap und vielen mehr einfach integrieren lässt. So kann man sehr schnell eingrenzen ob das Problem an der eigenen Installation liegt oder ob auch auf einem funktionierenden System die gleichen Probleme bestehen.

Plunker

 

ngMock

AngularJS hat ein eigenes Mocking-Framework. Gerade wenn man Webservices nutzt die nicht unter der eigenen Kontrolle stehen oder man auf eine aufwändige lokale Installation verzichten will ist ngMock eine gute Hilfe. Damit ersetz man zwar keine durchgängigen Tests, aber man kann Probleme eingrenzen die im eigenen Code liegen.

 

ngAnimate

Um den Wechsel zwischen den einzelnen Masken und Seiten ein wenig spannender zu gestalten kann einem ngAnimate viel Arbeit abnehmen. Die entsprechenden Hooks können direkt im Code mit der gewünschten Animation verknüpft werden, was einem sehr viel Tipparbeit erspart.

 

Animate.css

Wer wie ich nicht gerne CSS-Animationen von Hand schreibt sollte unbedingt die vorgefertigten Skripte von Animate.css ausprobieren. In diese Animationen wurde sehr viel Arbeit gesteckt um einen möglichst angenehmen Bewegungseffekt zu erzielen. Um darauf aufzubauen genügt es die entsprechende CSS-Datei einzubinden und an der passenden Stelle aufzurufen.

 

Jasmine

Das JavaScript-Testframework Jasmine hatte ich hier schon kurz beschrieben. Je mehr man mit AngularJS macht desto wichtiger wird es automatisch die bestehende Funktionalität zu überprüfen. Jasmine hat sich diesbezüglich bei mir bewährt und ich kann dieses Framework nur empfehlen.

 

Fazit

Mit den richtigen Werkzeugen kann man auch bei AngularJS viel Zeit und Frust einsparen. Da diese alle kostenlos zur Verfügung stehen gibt es keinen Grund nicht einmal einen Blick auf das eine oder andere Tool zu werfen.

Wie immer freue ich mich über weitere Vorschläge um meine Arbeit noch ein wenig einfacher zu gestalten.

Code mittels NDepend analysieren

Um möglichst schnell in ein komplexeres Projekt einzusteigen hilft einem eine gute Übersicht. Visual Studio bietet je nach Ausgabe eine recht gute Code Analyse. Will man mehr wissen oder ist man an bestimmten Konstellationen im Code interessiert, stösst man aber schnell an Grenzen. Hier benötigt man einmal mehr die Werkzeuge und Ergänzungen von Drittherstellern.

Als ich vor einigen Wochen gebeten wurde mir NDepend anzuschauen kam mir dies sehr gelegen. NDepend ist ein Tool zur statischen Code Analyse für .Net. Damit lässt sich der Code nicht nur auf vorgefertigte Qualitätskriterien überprüfen, sondern man kann auch eigene Abfragen definieren.

 

Download und Installation

Auf NDepend.com kann man die Demo-Version als Zip herunterladen. Die Installation beschränkt sich aufs entpacken der Datei und einem Doppelklick auf die Installationsdatei.

Wenn einem die Möglichkeiten von NDepend gefallen bekommt man eine entsprechende Lizenz ab 299€. Leider gibt es keine GUI-basierende Möglichkeit um den Lizenzschlüssel einzugeben. Die Lizenzdatei muss man in den entpackten Ordner kopieren bevor man Visual Studio startet. Sonst wird nach Ablauf der Evaluationsperiode NDepend beim nächsten Start von Visual Studio deinstalliert.

Läuft NDepend genügt es das gewünschte Projekt in Visual Studio zu öffnen und über den Menüpunkt „NDepend“ die Analyse zu starten. Dieser Vorgang ist zwar recht schnell, kann je nach Projektgrösse aber dennoch einige Minuten dauern.

 

HTML-Report

Das erste was einem als Resultat begegnet ist der HTML-Report. Dieser enthält die wichtigsten Punkte und soll als Zusammenfassung fürs Management dienen. Leider ist die Funktionalität äusserst beschränkt und damit einzig als Druckversion für die Gesamtsicht zu gebrauchen.

NDepend Report

 

Visual NDepend

Mit Visual NDepend hat man ein deutlich besseres Werkzeug zur Verfügung. Hier kann man die Grafiken genauer anschauen und auch einzelne Klassen auf der TreeMap finden. Klickt man auf Klassen- oder Methodennamen öffnet sich Visual Studio und zeigt einem die passende Stelle an.

Da alle Funktionen nur hier schön zusammengefasst werden dürften die meisten Benutzer vor allem mit Visual NDepend arbeiten. Man hat zwar immer noch den Wechsel zwischen Visual Studio und Visual NDepend, dafür kommt man aber sehr schnell zu den gewünschten Informationen.

Visual NDepend

 

Integration in Visual Studio

Die Integration in Visual Studio ist sehr gut und man kann mittels Rechtsklick auf eine Klasse die einzelnen Auswertungen direkt aufrufen. Bei der Gesamtübersicht wurde auf dem Dashbard allerdings nicht alles aus Visual NDepend übernommen. Es ist zwar alles in Untermenüs vorhanden, aber bis man die einzelnen Grafiken findet kann es dauern…

NDepend VS2013

 

Eigene Abfragen

NDepend glänzt vor allem durch die Abfragesprache CQLinq. Damit kann man selber den Code nach eigenen Kriterien durchsuchen (wie mehr als 4 Methoden mit mehr als 3 Parameter und mehr als 10 Attribute pro Klasse). Hat man gewisse Konstellationen entdeckt die häufig zu Problemen führen hilft einem CQLinq beim aufspüren.

Die Dokumentation zu CQLinq ist sehr ausführlich und sollte vor dem Experimentieren konsultiert werden. Die Hilfestellung bei Fehlern im Editor ist nicht gerade optimal und da die Abfragen immer gleich ausgeführt werden wird man sehr schnell mit Fehlermeldungen eingedeckt.

NDepend Query Editor

 

Verbesserungspotential

Die Inkonsistenzen der 3 Ansichten (HTML-Report, Visual NDepend und Visual Studio) sind nicht gerade Benutzerfreundlich. Hat man sich einmal daran gewöhnt kann man damit arbeiten. Allerdings ist es schade wenn man viel Zeit mit der Suche nach einer bestimmten Auswertung verliert nur weil sich diese in einem anderen Tool befindet.

Mit einer verständlicheren Kategorisierung der Fehler könnten die Reports auch dem Fachdienst bei der Beurteilung helfen. Code Climate schafft dies mit der Benotung A bis F für einzelne Klassen. Während ein A sehr gut ist gilt ein F als dringend zu verbessern. Zudem wird schön aufgezeigt wie sich der Code über die Zeit entwickelt, was einen zusätzlichen Motivationsschub gibt. Leider fehlen solche einfachen Werte bei NDepend, auch wenn Ansätze zum Verfolgen der Veränderungen vorhanden sind.

 

Fazit

NDepend ist ein tolles Tool für Entwickler die mehr über ihren Code wissen wollen. Um die Möglichkeiten voll auszuschöpfen wird man aber einiges an Zeit investieren müssen um selber CQLinq Abfragen zu erstellen.

Ausserhalb der Entwicklung sind die Einsatzmöglichkeiten von NDepend allerdings sehr beschränkt. Die Probleme bei der Benutzerführung und die Inkonsistenzen sind wie die Reports wenig hilfreich um mit dem Fachdienst über Qualitätsverbesserungen zu diskutieren.