Ubuntu 15.10: Nervende Problemreports bei Start verschwinden lassen

Stürzt unter Ubuntu eine Anwendung ab, versucht das System eine entsprechende Meldung an die Entwickler zu senden. Was gut gemeint ist wird durch einen gelegentlich auftretenden Fehler allerdings schnell einmal mühsam. Es gibt glücklicherweise einen kleinen Trick mit dem man diese Meldungen verschwinden lassen kann.
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Ruby aktualisieren mit rbenv

Die Aktualisierung einer Entwicklungsumgebung ist mit allen Abhängigkeiten und Werkzeugen meist keine einfache Sache. Für Ruby steht einem für diese Aufgabe das äusserst praktische Werkzeug rbenv zur Verfügung. Dies kümmert sich um alle Abhängigkeiten und führ die Pfad-Variablen automatisch nach. Es gibt allerdings einen kleinen Stolperstein, der einem unnötig viel Zeit kosten kann.
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Neues in .Net

Im Schlepptau der Veröffentlichung von Visual Studio 2015 gibt es zahlreiche Neuigkeiten rund um .Net. Bei all den Versionen und Ankündigungen verliert man jedoch schnell den Überblick und alleine die Videos vom „Final Release Event“ kommen zusammen auf fast 5 Stunden Demos und Erklärungen. Damit man ein wenig gezielter nach Neuigkeiten suchen kann, habe ich hier eine kleine Auslegeordnung der für mich wichtigsten Punkte vorgenommen.
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MEAP: Wenn es einmal ganz lange dauert

MEAP - Manning Early Access Program
MEAP - Manning Early Access Program
Seit rund 6 Jahren bin ich ein regelmässiger Kunde des Early Access Program von Manning (kurz MEAP). Mit dieses Programm kann man Bücher lesen die noch in der Entstehung sind. Was komisch tönt macht gerade bei neuen Technologien Sinn, da es dort oft an guter Dokumentation fehlt. Wie einfach man bei diesem Programm mitmachen kann hatte ich schon hier beschrieben.
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Ubuntu 15.04: (Kleine) Nacharbeiten am Unity-Desktop

Das Update auf Ubuntu 15.04 verlief ohne grosse Probleme und war einmal mehr sehr schnell durchgeführt. Allerdings musste ich diesmal sehr viele Kleinigkeiten anpassen, da ich mit den Standardeinstellungen nichts anfangen konnte. Dies ist eine gute Gelegenheit um all die verschiedenen Schrauben zu zeigen, an denen man im Unity-Desktop drehen kann.

 

Menüs immer anzeigen

Standardmässig wird bei einem Anwendungsfenster in Ubuntu nicht das Menü, sondern eine etwas über den Inhalt (wie der Dateiname oder die URL einer Webseite) angezeigt. Erst wenn man mit der Maus über den Fensterrahmen fährt erscheint die Menüauswahl. Dies kann man mit diesem Befehl in der Kommandozeile ganz einfach ändern:

dconf write /com/canonical/unity/always-show-menus true

Von nun an sind die Menüpunkte immer direkt sichtbar.

 

Hervorhebungsfarbe ändern

Von all den Änderungen hat mich das grelle Orange als Hervorhebungsfarbe am meisten gestört. Die Farbe ist in einer Auswahlliste gerade noch erträglich, nicht aber bei einem grösseren markierten Text. Diese Einstellung kann man mit dem Werkzeug „GTK Theme Configurator“ ändern. Falls dieses Werkzeug noch nicht installiert ist, kann man dies über die Kommandozeile oder das Ubuntu Software Center nachholen.

sudo apt-get install gtk-theme-config
gtk-theme-config

 
Ubuntu_1504_ThemeConfiguration

Nun kann man ganz einfach die gewünschte Farbe auswählen und wird nicht mehr von einem grellen Farbton geblendet.

 

Schriftgrösse und Desktop Design anpassen

Mit dem „Unity Tweak Tool“ kann man alle anderen Bereiche der Oberfläche anpassen. Dies reicht von der Schriftgrösse über die Anzahl virtueller Desktops bis hin zu den Icons. Hier kann man ebenfalls einstellen, ob die Menüleiste oben am Bildschirm oder am Fenster der jeweiligen Anwendung erscheinen soll.

sudo apt-get install unity-tweak-tool
unity-tweak-tool

 
Ubuntu_1504_TweekTool

 

Standardeinstellungen für Dienste anpassen

Bisher musste man in Ubuntu jeweils die Startskripte der Dienste direkt anpassen. Nach einem Update sind so immer alle Einstellungen weg und man muss von vorne beginnen. Das dies ein Problem ist hat man nun auch bei Ubuntu eingesehen und verwendet nun einen deutlich besseren Ansatz: alle Anpassungen werden an den Dateien in /etc/default vorgenommen.

Wenn man den Port von Mediatomb ändern will, erfolgt dies dementsprechend nicht mehr in der Datei /etc/init.d/mediatomb, sondern in /etc/default/mediatomb. Damit kann man zukünftig die Dateien in /etc/init.d aktualisieren und die eigenen Einstellungen in /etc/default/ bleiben erhalten.

 

Bildschirmsperre aktivieren

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig war die fehlende Funktion zum sperren des Bildschirms. Die entsprechende Option kann man in den Systemeinstellungen aktivieren, womit auch das noch das letzte verbleibende Werkzeug für Einstellungen zum Einsatz kommt:

Ubuntu_1504_LockScreen

Wenn dies gemacht ist, funktioniert das Sperren des Desktops wieder über die Tastenkombination [Windows] + [L].

 

Fazit

Das Update auf Ubuntu 15.04 ist schnell installiert, allerdings braucht es einige Werkzeuge und viel Zeit bis wieder alles wie gewohnt läuft. Gerade die verschiedenen Werkzeuge sind alles andere als Benutzerfreundlich und es würde Ubuntu sehr gut tun, wenn diese Vielfalt schnellstmöglich einem brauchbaren Konfigurationswerkzeug weichen würde.

Mein Technologieradar für 2015

Seit der Veröffentlichung meines ersten Technologieradars ist schon mehr als ein Jahr vergangen. Somit ist es höchste Zeit für einen Rückblick, ein Fazit und die Erstellung der nächsten Version.

 

Was brachte mir der Technologieradar?

Der grösste Pluspunkt für mich war die erzwungene Fokussierung. Ein bewusstes Einteilen von verschiedenen Technologien in die einzelnen Ringe hat mir sehr geholfen. Ganz wesentlich war der Ring Hold, in den alles hinein geht mit dem ich mich nicht beschäftigen wollte. Dadurch konnte ich mich auf die Technologien fokussieren, die ich als wichtig erachte und hatte dennoch genügend Zeit um auch auf Neues reagieren zu können.

Ein einmal erstellter Technologieradar ist kein starres Konstrukt. Wie ein richtiges Radar soll dieser vielmehr auf die Umgebung reagieren und wichtiges hervorheben.
Strukturierte Logmeldungen sind so ein neues Thema, das aus der vagen Idee von „Log as Data“ und „Business Event Tracking“ entstanden ist und zu einigen Blog Posts führte.

 

Mein neuer Technologieradar

Wie im letzten Jahr habe ich wiederum das Projekt Techradar von Brett Dargan verwendet. Die Ringe sind ebenfalls unverändert und folgen der Idee von ThoughtWorks:

  • Hold (abwarten): Keine neuen Projekte mit diesen Technologien starten.
  • Assess (einschätzen): Genauer hinschauen ob sich daraus etwas entwickelt.
  • Trial (ausprobieren): In kleineren und weniger wichtigen Projekten Erfahrungen sammeln.
  • Adopt (umsetzen): Bereit um in kritischen Anwendungen verwendet zu werden.

Mit der 2. Ausgabe macht es nun auch Sinn zwischen bestehenden und sich bewegenden Themen zu unterscheiden. Die Kreise stehen dabei für unveränderte Technologien, während die Dreiecke Neuigkeiten oder grosse Veränderungen markieren.

Techradar_2015

 

Techniken, Verfahren & Methoden

Techradar_2015_Techniques
In diesem Quadranten gibt es wenige Veränderungen. Das neue Thema der strukturierten Logmeldungen sowie Exploratory Testing sind aus meiner Sicht bereit für den produktiven Einsatz und können bei der Fehlervermeidung und Eingrenzung sehr hilfreich sein. Für die konkrete Umsetzung der strukturierten Logmeldungen in .Net hat sich Serilog als äusserst hilfreich erwiesen, während BugMagnet einem beim Exploratory Testing viel Arbeit abnimmt.

Die Visualisierung von Metriken ist ein Thema zu dem ich noch zahlreiche Abklärungen machen muss. Die Ideen dahinter sind sehr spannend, allerdings führen falsch verwendete Metriken zu grossen Problemen. Daher ist hier besondere Vorsicht geboten.

 

Infrastruktur, Plattformen & Services

Techradar_2015_Infrastructure
Beim letzten Radar zögerte ich noch mit der Empfehlung von RavenDB. Mit Version 3 sind diese Bedenken nun ausgeräumt. Fall ein Projekt eine NoSQL-Datenbank benötigt und darauf mittels C# oder einer REST-API zugreifen will, ist RavenDB meine favorisierte Lösung.

Docker ist ein spannender Ansatz um ganze Systemumgebungen auf Anwendungsebene zu virtualisieren. Diese unabhängigen Container vereinfachen nicht nur den Betrieb, sondern auch die Entwicklung. Mit den Ankündigungen von Microsoft für eine Implementierung auf Basis von Windows dürfte Docker auch bald in der .Net Welt eine grosse Rolle spielen. Somit ist es Zeit für einen genaueren Blick auf Docker.

Konkretes zu SharePoint 2016 wird Anfangs Mai zu erfahren sein. Je nach neuen Funktionen und Verbesserungen könnte SharePoint 2016 ein interessantes Thema werden. Mehr dazu wird man allerdings erst nach der Ignite-Konferenz wissen.

 

Sprachen und Frameworks

Techradar_2015_Languages
Eine sehr grosse Änderung kommt mittels ASP.Net 5 (ehemals ASP.Net vNext) auf die .Net Webentwickler zu. Grundlegende Änderungen in der Projektstruktur, eine komplett auf Mono lauffähige Umgebung und ein eine neue Verteilung der Aufgaben zwischen MVC und WebAPI führen zu einem grossen Lernbedarf. Ob sich dieser lohnt wird nicht zuletzt beim Migrationspfad entschieden. Je aufwändiger es ist eine Anwendung zu migrieren, desto länger werden die alten Versionen verwendet.

AngularJS ist ein Framework mit vielen offenen Fragen. Die inkompatible Version 2 setzt auf TypeScript, den JavaScript-Aufsatz den ich immer noch sehr skeptisch betrachte. Falls AngularJS so gut wird wie manche erhoffen, muss ich meine Position zu TypeScript überdenken. Allerdings könnte AngularJS genauso gut aus meinem Technologiestack fallen…

Bezüglich neuer Programmiersprachen sehen Swift und Go sehr interessant aus, allerdings hat auch C# 6 einige Neuerungen die man nicht verpassen sollte. Daher kann ich derzeit noch nicht abschätzen mit was ich mich am Ende mehr beschäftigen werde.

 

Tools

Techradar_2015_Tools
Balsamiq Mockups und Octopus Deploy sind 2 grandiose Werkzeuge, die einem viel Arbeit abseits der Entwicklung abnehmen. Mit den Mockups in Balsamiq lassen sich Anforderungen und Ideen einfach sammeln, während Octopus das Deployment auf wenige Klicks reduziert.

Entity Framework 7 wird Microsofts nächster Anlauf für einen OR-Mapper. Da erneut grundlegende Funktionen (wie Lazy-Loading) fehlen erinnert einem dies sehr stark an die Einführung von EF 4. Ob der Ansatz eines OR-Mapperers sowohl für relationale wie auch NoSQL-Datenbanken die fehlende Abwärtskompatibilität aufwiegt? Auch hier muss sich erst noch zeigen wie gut die veröffentlichte Version wirklich ist.

Microsoft hat in diesem Bereich in den letzten Jahren sehr viel begonnen und kaum etwas langfristig unterstützt. Durch diese fehlende Kontinuität sind Micro ORMs wie Dapper für mich sehr interessant. Diese kommen ohne grosses Framework aus und liefern einen einfachen Zugang zu relationalen Datenbanken.

 

Fazit

Mit all den Neuerungen in der .Net und Microsoft Welt (Angefangen bei Windows 10 über EF 7 bis hin zu ASP.Net vNext) ist ein eigener Technologieradar aus meiner Sicht unverzichtbar.
Trotz der vielen Unsicherheiten kann man sich so auf einige Neuigkeiten fokussieren und verliert sich nicht in zu vielen Details. Daher kann ich jedem empfehlen sich selber einen Technologieradar zu erstellen. Die dafür investierte Zeit lohnt sich.