Buch-Rezension zu „The Art of Unit Testing (2nd Edition)“

The Art of UnitTesting 2nd editionSeit Ende letzter Woche gibt es mit „The Art of Unit Testing, Second Edition“ eine neue Ausgabe meines favorisierten TDD-Buches. Die erste Ausgabe erschien 2009 und beeinflusste mein Verständnis von Test-Driven Development nachhaltig.

Ich war einerseits gespannt auf die neue Ausgabe und andererseits auch ein wenig unentschlossen ob es wirklich eine neue Ausgabe benötigt. Konnte die neue Ausgabe die kleineren Mankos der 1. Ausgabe wirklich beheben? Oder gibt es am Ende ein ganz anderes Buch das nur den gleichen Namen trägt?

 

Aufbau beibehalten, Inhalt überarbeitet

Die Kapitelstruktur der 2. Ausgabe unterscheidet sich nur minimal von der 1. Ausgabe. Der ehemalige Anhang A „Design and testability“ ist nun ein „richtiges“ Kapitel und Mock-Frameworks werden in einem zusätzlichen Kapitel noch eingehender angeschaut. Die übrigen Kapitel blieben alle erhalten und wer sich nur am Inhaltsverzeichnis orientiert wird diese 2. Ausgabe wohl schnell wieder weglegen.

Die grossen Neuerungen finden sich in den Kapitel selber. Diese wurden komplett überarbeitet und liefern nun eine noch bessere Erklärung wieso man seine Unit Tests auf diese Art organisieren und strukturieren soll. Die Beispiele sind nun so gut dass man dieses Buch auch problemlos einem Anfänger geben kann. Roy Osherove führte zwischen den 2 Büchern zahlreiche TDD-Kurse durch und hat seine dabei gewonnenen Erkenntnisse in die 2. Ausgabe einfliessen lassen. Dadurch wurde auch hinsichtlich der Praxistauglichkeit nochmal ein Schritt nach vorne gemacht, was sich vor allem an den viel klareren Namensregeln zeigt.

Wenn man die erste Ausgabe kennt und täglich mit Unit Tests arbeitet wird man fast nur bei den Mock-Frameworks neue Erkenntnisse bekommen. Die aktuelle Liste lieferte einem eine gute Übersicht und kann einem auch helfen sich gegen ein bestimmtes Framework zu entscheiden:

MSFakes might be free and included with Visual Studio, but it will cost you a lot of money down the line in developer hours, fixing and trying to understand your tests.

Wer seine erste Ausgabe nicht nur als Staubfänger nutzt sollte sich die 2. Ausgabe zulegen. Ob man das Buch als Nachschlagewerk, zum Auffrischen seiner Unit Testing Kenntnisse oder für neue Teammitglieder braucht – die überarbeiteten Kapitel sind einfacher zu verstehen und näher an der Praxis.

 

Fazit

Mit der 2. Ausgabe konnte Roy Osherove die hohen Erwartungen übertreffen und ein noch besseres Buch über Unit Testing liefern. Die darin beschriebenen Vorgehensweisen helfen in der Praxis die Unit Tests im Griff zu behalten und eine Struktur hinein zu bringen. Wenn man die erste Ausgabe besitzt und damit noch arbeitet lohnt sich auch der Kauf der 2. Ausgabe.

 

Zum Buch

The Art of Unit Testing, Second Edition“ von Roy Osherove, November 2013 Manning, ISBN 978-1-6172-9089-3, 296 Seiten, Englisch

 

2 Gedanken zu „Buch-Rezension zu „The Art of Unit Testing (2nd Edition)““

  1. Ja, ich fand das erste Buch auch gut als Einsteiger, zumal es das einzige TDD Buch ist mit Besipielen in C#, soweit ich weiss. Wer schon etwas weirter ist, braucht es allerdings nicht.
    Ich kann daher nur wärmstens empfehlen, danach direkt „Growing Object Oriented Software Guided by Tests“ zu lesen. Dieses Buch war für mich ein Augenöffner, und mMn genau das was Bücher sein sollten: getränkt mit langjähriger praktischer Erfahrung, mit einer Menge best practices, mit viel Liebe zur detaillierten Erklärung, immer praxisbezogen. Ich habe in meinem Schrank einige Bücher (von Martin Fowler, auch das Legacy Testing Buch von Feathers, und halt Art of Unit Testing), aber DAS Buch ist mein Schatz. Es ist einfach 4mal so gut wie das nächste. _Extrem_ empfehlenswert.
    http://www.amazon.com/Growing-Object-Oriented-Software-Guided-Tests/dp/0321503627

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