NDC Oslo 2013 – die Tech-Konferenz in 2013

Wie toll eine Konferenz für Entwickler sein kann durfte ich Mitte Juni in Oslo erfahren. Die NDC (Norwegian Developers Conference) stellt alles was ich an Konferenzen kenne in den Schatten. Von den Referenten, den Präsentationen über den Veranstaltungsort bis hin zur Verpflegung wurde einem ein tolles Programm geboten.

 

Workshops als Einstieg

Als Einleitung in die Konferenz gab es 2 Tage mit Workshops. Wer sich für agile Software Entwicklung interessiert wurde bei Dan North fündig, Liz Keogh zeigte wie man auf Veränderungen reagieren sollte und Dominick Baier erklärte die Claims-basierte Authentifizierung in .Net 4.5.

Ich wählte die beiden Workshops „Clean Architecture“ und „TDD Overview“ mit Uncle Bob (Robert C. Martin, der neben vielen anderen Büchern auch Clean Code geschrieben hat). Ich fand seine Ideen aus „Architecture the Lost Years“ äusserst spannend und konnte nun einen ganzen Tag lang erfahren was da alles dahinter steckt und wieso ein solcher Applikationsaufbau einen grossen Mehrwert bietet.

Der Workshop zu TDD zeigte mir was ich alles noch zu lernen habe. Uncle Bob schafft es einem in kurzer Zeit viel beizubringen ohne dass man das Gefühl hat es sei anstrengend. Seine kleinen Geschichten die er einwirft und auf den ersten Blick rein gar nichts mit dem Thema zu tun haben stellen sich bei genauerem Hinsehen meistens als äusserst passend heraus. So macht lernen richtig spass.

 

Hochkarätige Konferenz

Die hohe Qualität der Präsentationen vom letzten Jahr wurde wieder erreicht – wenn nicht sogar übertroffen. Neben rein technischen Präsentationen gab es auch viel zu lachen. Das Panel von .Net Rocks zu funktionaler Programmierung, C# 5 von Jon Skeet oder dem Cage Match zwischen Rob Conery und Tom Dale sorgten für eine angenehme Auflockerung.

Die Konferenz lieferte mir viele neue Ideen. Das von Gojko Adzic in „Make Impacts, Not Software“ angedachte GPS für Projekte fand ich ein spannender Ansatz. In „Simulation Testing“ zeigte Stuart Halloway was man abseits von Unit- und Funktionalen Tests mittels einer Simulation noch so alles überprüfen kann. Dies tönte sehr spannend, ich bin aber skeptisch ob dies auch mit vertretbarem Aufwand umgesetzt werden kann.

Die Präsentation „Do it right, then do the right thing“ von Allan Kelly enthält einige kontroverse Ideen die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. Auch bei Andy Hunt in „Uncomfortable with Agility: What has Ten+ Years got us?“ und in „Don’t let your process hide your ignorance“ von Liz Keogh wurden Fragen aufgeworfen die mich noch immer beschäftigen und wohl zu einigen Blogposts führen werden.

Die Keynote von Joel Spolsky von StackOverflow war im Hinblick auf all diese Präsentationen ein wenig schwach. Das Thema hätte als „gewöhnliche“ Präsentation mit einer grossen Fragerunde wohl deutlich besser überzeugt als auf der grossen Hauptbühne. So aber war es mehr eine Demonstration der Möglichkeiten in StackOverflow die den meisten Teilnehmern wohl längst bekannt waren. Die Chance zu zeigen was alles hinter StackOverflow steckt und wie viel Gedanken man sich über die einzelnen Aspekte gemacht hatte wurde so leider verpasst.

 

Interessantes Rahmenprogramm

Neben der Konferenz und den Workshops gab es noch ein interessantes Rahmenprogramm. Am Abend vor der Konferenz gab es ein GeekBeer Meetup bei dem ich mit etlichen Entwicklern aus Skandinavien ins Gespräch kam. Ich fand es spannend zu erfahren mit was für Projekten und Problemen sie sich beschäftigen und wie wenig sich diese von meinem Alltag unterscheiden.

Ein wenig Pech mit dem Wetter hatten wir bei der Oslofjord Cruise. Während der Schifffahrt im Fjord vor Oslo regnete es ohne Unterbruch. So konnte man von der sonst so schönen Landschaft kaum etwas sehen. Dafür hatte ich die Gelegenheit Jon Skeet beim Refactoring von Noda Time über die Schulter zu schauen. Seine Ansätze brechen mit etlichen Regeln, was er aber durch seine Arbeitsweise kompensiert. Das so oft erwähnte Dreyfus Modell über das Lernen konnte ich so nebenher als praktisches Beispiel sehen.

Neue musikalische Eindrücke lieferten Press Play On Tape an der NDC Party. Die Idee den Soundtrack alter Computerspiele mit Rock zu mischen tönt schon von der Idee her recht schräg. Es passt aber und man sollte wirklich einmal hinein hören.

 

Ausblicke

Ab Mitte Juli sollten die Videos zu den Präsentationen online sein. Ich habe noch einiges nachzuholen da ich jeweils nur eine Präsentation gleichzeitig anschauen konnte. Und bei 8 parallelen Tracks war die Entscheidung oft nicht leicht.

Die nächste NDC Oslo findet vom 2. – 6. Juni 2014 statt. Tickets mit Frühbucherrabatt dürfte es wohl wiederum ab Februar geben. Wenn auch die Konferenz nicht ausgebucht war lohnt es sich schon wegen dem Preisnachlass früh zu buchen.

Wer nicht so lange warten will kann vom 2. – 6. Dezember 2013 an die NDC London. Dies ist ein Ableger der NDC Oslo bei der das NDC für New Developers Conference steht. Da bis September noch der Call for Papers läuft ist das Programm noch nicht komplett. Was bereits bekannt ist tönt aber spannend.

 

Fazit

Die NDC Oslo 2013 war ein tolles Erlebnis. So viele Ideen und motivierte Leute findet man selten so konzentriert an einem Ort. Klappt auch die Organisation hat man alles beisammen um eine unvergessliche Konferenz zu machen. Wenn ich es irgendwie einrichten kann bin ich anfangs Juni 2014 wiederum in Oslo.

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