Buch-Rezension zu „The Art of Readable Code“

The Art of Readable Code“ von Dustin Boswell und Trevor Foucher erschien Ende 2011 bei O’Reilly. Auf rund 200 Seiten bekommt man viele Tipps um den eigenen Code lesbarer zu machen. Dies dient nicht nur anderen Programmierern, sondern hilft einem auch selber – spätestens in einigen Wochen wenn man nicht mehr alle Details im Kopf hat.

Die vorgestellten Tipps & Tricks sind dabei nicht auf eine bestimmte Programmiersprache oder Framework-Version beschränkt. Wer in C# entwickelt wird genauso brauchbare Tipps finden wie derjenige der JavaScript verwendet.

 

Viele gute Empfehlungen

Durchs Buch hinweg wird jeweils mit einem kurzen Beispiel gezeigt wie massiv sich eine kleine Änderung auswirken kann. Das Codebeispiel zu Beginn ist dabei nicht extra unleserlich gemacht worden. Es könnte viel eher aus einem eigenen Projekt stammen.

Die im jeweiligen Kapitel behandelte Empfehlung wird für den Leser leicht nachvollziehbar in kleineren Teilschritten umgesetzt. So sieht man einerseits dass auch der eigene Code verbesserungspotential hat und andererseits wie wenig Veränderung es braucht um viel zu verbessern. Damit das gerade gelernte haften bleibt gibt es immer einen extra hervorgehobenen Satz (Key Idea) der die Empfehlung genau auf den Punkt bringt.

Die behandelten Themen lassen sich grob in diese Bereiche unterteilen:

  • Aussagekraft erhöhen (bei Namen, Kommentaren oder mittels Formatierung)
  • Vereinfachen (nicht nur die Logik an sich, sondern auch Schleifen und if-Bedingungen)
  • Reorganisieren (weil kleinere Teile einfacher zu verstehen sind)

Besonders gefallen haben mir die immer wieder eingeworfenen Beispiele aus der Praxis. Nur weil einem gerade kein perfekter Kommentar einfällt kann man ja nicht den ganzen Tag danach suchen. Irgendwie muss die Entwicklung ja voran gehen. Die beiden Autoren tragen dem Rechnung und zeigen wie man sich schrittweise einem besseren Kommentar nähern kann.

 

Nicht blind folgen

Auch wenn dieses Buch bei vielem richtig liegt, so gibt es auch einige Empfehlungen die einem recht schnell vor neue Probleme stellen können. Mich störte dabei vor allem die Empfehlung für statische Methoden. Im Einzelfall mag dies ein guter Tipp sein, bei zu intensiver Anwendung leidet aber die Testbarkeit. Daher führt auch bei diesem Buch kein Weg daran vorbei mitzudenken und eine Balance zwischen allen Anforderungen zu finden.

 

Fazit

Ein kompaktes Buch mit vielen Vorschlägen um Code lesbarer zu schreiben. Obwohl es an revolutionären Neuerungen fehlt so ist es erfrischend ein Buch zu diesem Thema zu finden das frei von Dogmen ist.

Gegenüber „Clean Code“ findet man hier kaum Neues. Wem Clean Code aber zu theoretisch oder zu abgehoben war sollte es mit diesem Buch versuchen.

 

Zum Buch

The Art of Readable Code“ von Dustin Boswell und Trevor Foucher, 2011 O’Reilly, ISBN 978-0596-8022-95, 206 Seiten, Englisch

Ein Gedanke zu „Buch-Rezension zu „The Art of Readable Code““

Kommentare sind geschlossen.