Amazon Kindle: Digitale Bücher angenehm lesen

Seit rund 3 Monaten besitze ich nun einen Amazon Kindle (Keyboard 3G). Ich war lange skeptisch ob sich so ein Gerät lohnt, da ich bereits mein IPad zum lesen von E-Books nutzen konnte. Nachdem ich in den USA aber immer wieder an den aktuellsten E-Reader vorbei gelaufen bin wollte ich doch mal testen was die so tolles können.

Der Kindle war dabei von der Form, der Funktionalität und der Darstellung her Top. Einzig der Preis schien mir zu hoch. Auf amazon.com gab es aber ein Spezialangebot: Wer bereit ist in der Zeit wo man den Kindle nicht verwendet Werbung einblenden zu lassen bekommt ihn 50$ günstiger. Zusammen mit dem tiefen Dollarkurs war der Kindle damit günstig genug das Experiment E-Reader zu wagen. Dies habe ich bis heute nicht bereut.

 

E-Ink – das digitale Papier

Zur Darstellung von Text nutzt der Kindle keinen LCD-Monitor, sondern E-Ink. Diese Oberfläche braucht nicht nur viel weniger Strom sondern kommt von der Auflösung und dem Kontrast sehr dicht an Papier heran. Ich finde diese Oberfläche zum Lesen sehr angenehm. Da ich zudem die Schrift und den Kontrast noch selber einstellen kann ist das Schriftbild besser als bei manchem gedruckten Buch. Und es hat definitiv nichts mit dem Lesen von einem Bildschirm gemeinsam.

 

Einfacher Bücherkauf

Wenn man auf der Webseite von Amazon ein interessantes E-Book findet, kann man dies wie die gedruckten Bücher kaufen. Hat man einen Kindle wird das Buch danach gleich direkt aufs Gerät geliefert (über das sogenannte Whispernet).

Man kann aber auch über den Kindle direkt Bücher kaufen. Dazu genügt es auf dem Kindle im Menü den Kindle-Store aufzurufen. Dieser extra für die E-Reader optimierte Webshop bietet einem das ganze Angebot für E-Books von Amazon. Wie von der Webseite gewohnt kann man nach dem gewünschten Titel suchen und diesen mit einem Klick kaufen. (Sollte man sich vertippt haben gibt’s auch gleich einen Link um den Einkauf zu stornieren.)
Der Ein-Klick Kauf funktioniert da der Kindle voll mit dem eigenen Amazon-Konto integriert ist und so die hinterlegten Kreditkardendaten mitbenutzen kann.

 

Eigene Dokumente lesen

Wenn man Dokumente hat die im Kindle-Format (*.mobi) vorliegen kann man diese auch auf den Kindle bringen. Der einfachste Weg ist den Kindle an den PC anzuschliessen und mit dem Explorer die Dokumente auf den Kindle zu kopieren.

Als Alternative kann man sich die Dokumente auch an die E-Mail Adresse des Kindle schicken. Sobald man sich mit einem Wireless-Netzwerk verbindet werden die Dokumente aufs Gerät geladen.

Über diesen Weg können einem auch andere Buchhändler die gekauften E-Books zustellen. The Pragmatic Programmers haben dies sehr schön in ihren Webshop integriert und nutzen dies auch um einem Updates der Bücher direkt zuzustellen.

 

Lange Akkulaufzeit

Der Kindle kommt mit einer Akkuladung sehr weit. Da ich ab und zu das Leselicht der Schutzhülle benutze muss ich im Schnitt alle 3 Wochen den Kindle an die Steckdose anschliessen. Dies bedingt aber das ich die Wireless-Verbindung abschalte und nur aktiviere wenn ich ein Buch herunterladen will.

Damit erreiche ich zwar nicht die oft erwähnten 4 Wochen Akkulaufzeit, allerdings sind 3 Wochen doch massiv länger als was ich von meinem IPad gewohnt bin.

 

Geringes Gewicht

Der Kindle ist mit weniger als 250 Gramm sehr leicht. Zusammen mit der geringen Grösse (190 mm x 123 mm x 8.5 mm) ist er ideal geeignet um ihn überall hin mitzunehmen. Da die aktuelle Seite abgespeichert wird muss man sich auch keine Gedanken machen bis wo man schon gelesen hat – ein Buchzeichen wird dadurch überflüssig.

 

Wo es Probleme gibt

Auch wenn der Kindle ein sehr gutes Gerät ist, so gibt es doch auch Stellen wo es Optimierungspotential gibt. Sourcecode und Tabellen sind 2 Punkte die je nach dem äusserst mühsam sein können. Dies vor allem wenn als Ausgangsmaterial ein PDF diente und es für den Kindle keine explizite Optimierung gab. Das Umschalten aufs Querformat hilft da ein wenig, ist aber nicht wirklich angenehm.

Ein Problem können auch Grafiken sein. Besonders wenn man einzelne Farben erkennen muss ist der Kindle 3G das falsche Gerät. Wer sich vor allem für Grafiken interessiert und doch einen E-Reader will sollte sich den Kindle Fire anschauen.

 

Was es sonst noch alles gibt

Eine von mir nicht benutzte Funktion ist das Vorlesen der Bücher. Sofern der Rechteinhaber dies nicht verboten hat kann man sich das E-Book vorlesen lassen. Dies ist für Romane wohl durchaus hilfreich, für technische Bücher aber nicht wirklich nützlich.

Ganz praktisch ist dagegen das markieren von Textstellen und das Hinzufügen von Notizen. Findet man eine Stelle auf die man später zurückkommen will ist so eine Markierung sehr hilfreich. Alle markierten Stellen werden in ein Dokument ausgelagert, aus dem man mit wenig Aufwand eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Buches machen kann.

Hilfreiche oder diskussionswürdige Textstellen kann man samt eigenem Kommentar direkt auf Twitter posten. Mittels automatisch eingefügtem Link zur Textstelle (die in der Cloud von Amazon abgelegt wird) wird so auch gleich der nötige Kontext mitgeliefert. Hat man das Buch gelesen kann man nach dem gleichen Muster auch gleich eine Bewertung veröffentlichen.

Mit dem Kindle wird auch ein Wörterbuch mitgeliefert. Möchte man die Bedeutung eines Wortes wissen geht man wie beim markieren vor. Das Wort hinter dem Cursor wird dann automatisch gegen die installierten Verzeichnisse geprüft und deren Definition unten an der Seite angezeigt. So kann man seinen Wortschatz ausbauen ohne erst in einem anderen Medium nachzuschlagen.

 

Mein Fazit

Der Kindle ist ein tolles Gerät zum Lesen von Büchern. Und man kann damit auch nur lesen (vom sehr gewöhnungsbedürftigen Webbrowser einmal abgesehen). Diese Fokussierung ist aber etwas sehr gutes, da man so nicht dauernd abgelenkt wird. Da der ganze Kindle genau für diese eine Aufgabe optimiert ist gab es auch keine Kompromisse.

Nachdem ich etliche Bücher darauf gelesen habe vermisse ich Funktionen wie das Wörterbuch und die Textmarkierungen wenn ich mal wieder ein gedrucktes Buch in der Hand habe. Der Kindle ist ein Gerät das ich mit voller Überzeugung weiterempfehlen kann.

Man muss sich aber bewusst sein das man mit dem Kindle mehr Bücher lesen wird…

5 Gedanken zu „Amazon Kindle: Digitale Bücher angenehm lesen“

  1. Kann fuer Webseiten und Buecher die es im HTML Format gibt, die Erweiterung „Send to Kindle“ fuer den Chrome-Browser empfehlen – lese gerade „Eloquent Java Script“ auf Basis der exportierten Webseiten….

    1. Danke für den Hinweis mit dem gratis Internet Zugang. Das kann sehr praktisch sein.

      Die Werbung auf dem gesponserten Kindle reicht von TV-Serien die auf HBO starten über Geschenkideen aus dem Amazon-Webshop bis hin zu Auslandsoptionen für Mobile-Abos von AT&T/Verizon. Hin und wieder werden auch Tipps zur optimaleren Benutzung vom Kindle eingeblendet. Da eine Lokalisierung der Werbung bisher nicht vorgenommen wird ist mein Interesse die entsprechenden Produkte zu kaufen sehr gering.

      Da die Bilder aber oft wechseln kommt insofern Spannung auf, als das man nicht weiss wie der Kindle einem heute begrüsst.

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