Buch-Rezension zu „Programming Ruby 1.9 (3th edition)“

Programming Ruby 1.9“ von Dave Thomas, Chad Fowler und Andy Hunt erschien im April 2009 bei The Pragmatic Programmers. Die 3. Ausgabe des als PickAxe bekannten Buches (wegen der Spitzhacke auf dem Umschlag) ist die Referenz für Ruby 1.9.

Als Grundlage für die Review nutze ich die fürs 10jährige Jubiläum der 1. Ausgabe aktualisierte Version zu Ruby 1.9.2.

 

 
 

 

Eine Einführung mit vielen Details

Das Buch beginnt mit der Installation von Ruby und führt einem danach Schritt für Schritt durch die Grundlagen dieser Programmiersprache. Die Verwendung von Variablen, Schlaufen und Objekten werden sehr detailliert erklärt.

Das Buch ist definitiv nicht als Schnelleinstieg in Ruby konzipiert. Es sollen viel mehr all die Details vermittelt werden die Ruby zu dem machen was es ist. So geht ein kleines say_goodnight Beispiel dann halt einmal über 3 Seiten. Dafür weiss man danach wieso es kein Return braucht, wie man Lokale-, Klassen-, Instanz- und Globale Variablen auseinander hält und auch gleich noch Texte in Strings ersetzen kann.

Wenn man derart viele Informationen in ein Beispiel packt ist das nicht wirklich etwas für Einsteiger. Ich habe zuerst die Ruby Einführung von „Sieben Wochen, sieben Sprachen“ gelesen. Mit dem dort vermittelten Wissen konnte ich dem in diesem Buch recht gut folgen. Hätte ich aber direkt mit „Programming Ruby“ begonnen hätte ich wohl schnell einmal aufgegeben.

Das Buch kann man gut mit den Serien Programming XY und Learning XY von O’Reilly vergleichen. Learning XY ist für den Einstieg in die Sprache gedacht, Programming XY um sich mit den Details vertraut zu machen. Und genau das trifft auch hier für „Programming Ruby“ zu.

 

API-Referenz: Noch Zeitgemäss?

Gut die Hälfte des Buches ist eine Auflistung der API von Ruby. In einer Zeit als man den Internetzugang noch im Minutentakt abrechnete lieferte diese Referenz einen deutlichen Mehrwert. Heute aber fragt man sich: Wozu?

Webseiten wie Ruby-Doc.org liefern einem nicht nur die Referenz sondern gleich noch Beispiele und Code-Schnipsel die man kopieren kann. In Kombination mit Smartphones die ständig online sind ist eine auf Papier gedruckte API-Referenz wie ein Dinosaurier.

Hinzu kommt das die über 400 Seiten alleine für die API-Referenz auch ihr Gewicht haben. Mal eben das Buch mitnehmen ist so etwas was man sich zwei Mal überlegt.

 

Fazit

„Programming Ruby” wird sehr oft referenziert und als Quelle aufgeführt. Zur Vertiefung von Konzepten und den kleinen Details ist dieses Buch sehr gut geeignet. Was in etlichen anderen Büchern nur kurz angeschnitten wurde wird hier ausführlich und verständlich behandelt.

Das Buch ist meiner Meinung nach aber nicht für Einsteiger geeignet. Dies da man sich mit zu vielen Details beschäftigen muss bevor man mitbekommt was man mit Ruby alles machen kann.

 

Zum Buch

Programming Ruby 1.9 (3th edition)” von Dave Thomas, Chad Fowler und Andy Hunt, 2009 The Pragmatic Programmers, ISBN: 978-1-93435-608-1, 944 Seiten, Englisch