Java 7 – was lange dauerte ist endlich da

Man hätte schon fast meinen können Java 7 würde nicht mehr erscheinen. Java 6 erschien Mitte Dezember 2006 und erlaubte uns damals noch einige letzte Tests bevor unsere Diplomarbeit AtaraxiS abgegeben werden musste. Diese Woche war es nun so weit: nach 4 Jahren und fast 7 Monaten hat Oracle das JDK 7 freigegeben.

 
Wenig Neues…
Über die vielen Jahre wechselte Java nicht nur von Sun zu Oracle, auch die Feature-Liste schmolz wie Schnee im Sommer. Von den 70 Verbesserungen die Project Coin vorgeschlagen hat sind so nur 6 in Java 7 angekommen. Und Coin war nur eines von vielen Themen.

 
…aber einige praktische Verbesserungen
Von den wenigen Verbesserungen gibt es aber 2 die einem sofort ins Auge stechen:

  • Strings in Switch-Statements
  • Mehrere Exceptions mit einem Catch-Block fangen

Dazu hat Heise einige Beispiele zusammen getragen. Auch wenn das nichts Revolutionäres ist, so kann man damit doch einige recht mühsame Umgehungslösungen vermeiden.

 
Dateisystem: Da war doch was?
Bisher war die Arbeit mit dem Dateisystem in Java jeweils mühsam. Man musste für jede Kleinigkeit (wie copy) selber seine Methoden schreiben oder auf Bibliotheken wie Apache Commons IO ausweichen. Java 7 bringt nun auch dafür etliche Verbesserungen. Neue Klassen und Interfaces wie Path, Files oder WatchService geben dem Entwickler viele neue Möglichkeiten. Wie bei den Strings und switch kann man den nötigen Code für die gleiche Funktionalität massiv reduzieren.

 
Ausblick Java 8
All die Features die nicht in Java 7 drin sind sollen es in Java 8 schaffen. Geplant ist Java 8 für Ende 2012. Schaut man aber wie gut der Plan für Java 7 stimmte dürfte es niemanden erstaunen wenn es da noch etliche Verschiebungen geben wird.

 
Fazit
Java 7 bietet etliche Detailverbesserungen, alle grossen Neuerungen dürften aber frühestens mit Java 8 kommen. Bis dahin werden wohl andere Sprachen die auf der JRE aufsetzen (wie zum Beispiel Groovy) als Trendsetter dienen müssen.