Bemerkenswerte Links im Mai 2010

Die Links für den Mai reichen vom Bohrloch im Golf von Mexiko über den Flash Crash zum Euro und weiter bis zu Kopernikus. Ich wünsche viel Spass beim lesen.

 

Gefahr aus der Tiefe
Peter Fairley berichtet für Technology Review über die Gefahren der Tiefseebohrungen zur Ölförderung. Die eklatanten Sicherheitsprobleme sind nun ja allgegenwärtig. Neben einer unglaublichen Menge Öl ist im Mai ja auch eine unglaubliche Menge an Fakten über Probleme, Fehlverhalten, Vertuschungen und Skandale ans Licht gekommen. Wenn auch der Bericht nicht auf dem neusten Stand ist, so beleuchtet er doch ausführlich die Grundprobleme.

Kampf dem „Flash Crash“
Neben dem Öl war auch der „Flash Crash“ an der Börse ein Thema. Wer hätte gedacht das Computersysteme für den sekundenschnellen Handel am Ende auch innerhalb von Sekunden handeln können? Nun sucht man die Ursachen und spricht von grossen Veränderungen. Ich bin gespannt was davon in einem Jahr noch übrig sein wird.

Barroso und andere Euro-Feinde
Hans-Martin Tillack nimmt sich der Euro-Krise an. Er holt ein wenig weiter aus und verweist auch auf seinen 5 Jahre alten Bericht, wo er dies vorausgesagt hat. Wie bei der Hypothekenblase für US-Immobilien kommt nun auch beim Euro einer nach dem anderen der es ja schon immer gesagt hat. Schön wen der Text gleich auf die entsprechenden Berichte verlinkt. So kann man selber gleich nachlesen, was da früher schon prophezeit wurde.

Aktuelle NRW-Wahlergebnisse? Bei @popkulturjunkie
In Deutschland, oder genauer in NRW, waren im Mai auch noch Wahlen. Ulrike Langer nahm sich die Zeit um über das Schwinden der Berichterstattungshoheit der traditionellen Medien zu berichten. @popkulturjunkie war mit seinen Hochrechnungen nicht nur genauer, sondern auch massiv schneller als das ZDF. Einmal mehr war „Twitter“ somit schneller…

Ein Persönlichkeitsrecht für Jägerzäune
Google und Street View waren auch im Mai wieder sehr präsent. Mspro geht dem Medien-bashing nach und weist auf die Gefahren hin, die damit verbunden sind. Wenn es vordergründig nur um Google geht, so steht am Ende doch weit mehr auf dem Spiel als die Bilder in Street View.

The Media Equation – Taylor Momsen Did Not Write This Headline
Die NY Times berichtet über die Bedeutung der Schlagzeile. Sind die richtigen Worte (oder wie in dem Fall Leute) drin, ist das Ranking des Berichts gleich viel höher. Sollte eine Schlagzeile aber nicht irgendwie mit dem Text verbunden sein? Wollen wir wirklich dem Diktat der Suchmaschinen folgen und in jeder Schlagzeile Taylor Momsen begegnen?

„Vielleicht bin ich germanophil“
Der Tagi interviewte Tim Guldimann, unseren neuen Botschafter in Berlin. Folgt man der Schweizer Presse müsste man ja an jeder Stelle von Deutschen überflutet werden. Das die Realität doch deutlich anders aussieht muss uns wohl einer von ausserhalb mal wieder ins Bewusstsein rufen. Lesenswert!

Chasselas: Gehasst und geliebt
Ebenfalls im Tagi erschien ein detaillierter Bericht über den Chasselas. Die verbreiteteste Rebsorte der Schweiz hatte lange einen sehr schlechten Ruf. Der Bericht geht dem nach und rückt einiges zu recht. Schade das nicht mehr solche tiefgründigen Berichte im Tagi erscheinen.

Die grosse Angst vor klugen Köpfen
Hugo Stamm kommentiert die Geschehnisse nach der Wahl von Roger de Weck zum neuen SRG-Generaldirektor. Die SVP sieht einmal mehr einen „Intellektuellen“ – was immer häufiger als Kampfbegriff missbraucht wird. Wo leben wir eigentlich, dass man mit „Intellektuellen“ Leute verunglimpft? Stamm bringt es auf den Punkt:
„Wenn der Kampf gegen Intellektuelle zum guten Ton gehört, sollte man die Sinne besonders schärfen. Dann lohnt es sich, gut zu beobachten, wohin die politische Reise geht. “

Kirche schliesst Frieden mit Kopernikus
Es gibt da ja noch eine andere Institution, die es mit Querdenkern schwer hat. Da kann es schon mal ein halbes Jahrtausend gehen bis man dem Begründer des heliozentrisches Weltbildes verzeiht. Vielleicht beschleunigt sich dies ja in den nächsten 500 Jahren…