Katana – wie ein Kunstwerk entsteht

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3Sat zeigte in der Reihe „Im Fokus: Japan“ die Dokumentation „Das Schwert der Samurai“. Darin wird gezeigt wie ein japanisches Langschwert, das Katana, erstellt wird.

 
 
Ein gewaltiger Aufwand
Der Aufwand um ein Katana zu erstellen ist enorm. Es gibt kein „schnell, schnell“ und mal eben ein Schwert „machen“. Bei der Auswahl des Tamahagane, dem Rohmaterial, beginnt ein Prozess, der in jedem einzelnen Schritt Perfektion verlangt. Um nur schon den Stahl zu gewinnen, braucht man 3 Tage – am Stück, ohne Unterbruch.
Erst dann kann man mit dem Schmieden beginnen. Allerdings nicht mit dem Schmieden des Schwertes, sondern mit dem Falten des Stahls. Das Falten dient der gleichmässigen Verteilung des Kohlenstoffgehalts. Ohne diesem Vorgang könnte bei der Belastung das Schwert sonst brechen. Danach erst wird der Stahl in die Form des eines Schwertes gebracht. Damit ist die Arbeit aber noch lange nicht fertig. Es folgt noch das Härten und das Gravieren, bevor der Meisterpolierer sich dem Schwert annimmt.

 
Perfektion: Ein Muss und keine Option
Mich faszinierte die Präzision, mit der gearbeitet wird. Jeder Arbeitsschritt muss perfekt ausgeführt sein, immer die richtige Aktion im richtigen Moment. Zu spät und die ganze Arbeit ist für nichts. Zu früh und es bricht beim nächsten Schritt. Alles muss zusammen passen. Eine Unachtsamkeit und man produziert teuren Abfall. Alles ist darauf ausgerichtet das Schwert perfekt zu machen. Ein Ziel, eine Richtung, ein Kunstwerk.

Nur die Erfahrung dient als Wegweiser. Die Färbung des Stahls und des Feuers zeigen an wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Jedes Schwert wird ein Unikat. Und so ist auch der Weg dorthin immer ein wenig anders. Ein stures festhalten am letzten Durchgang und man kann es wegwerfen. Man muss sich immer mit dem Schwert auseinander setzen.
Hunderte Jahre an Erfahrung wurden von Meister zu Meister weitergegeben, ergänzt und verbessert. Flexibilität und der auf Erfahrung gegründete Prozess müssen sich unterstützen und ergeben nur gemeinsam ein Produkt auf diesem hohen Niveau.

Erst wenn jeder daran beteiligte sein Bestes gibt, wird aus einem Stück Stahl nicht nur ein Schwert, sondern ein Mythos. Hat aber auch nur einer das Gefühl, er könne eine schlampige Arbeit abliefern, wird aus dem Kunstwerk im besten Fall noch ein übergrosses Brotmesser.

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