Bemerkenswerte Links für den Dezember 2009

Ich nutzte die Zeit um die Feiertage herum zum durchsehen all der Links, die sich über die letzten Wochen aufgestaut haben. Das Meiste davon ist nicht der Rede wert. Einige Links waren allerdings sehr gut. So gut, dass ich diese hier gesammelt habe. Da ich mich selber wenig für reine Linksammlungen begeistern kann, habe ich die Links kommentiert.

 

Die sichtbar unfähige Hand des Staates – Debakel der deutschen Landesbanken als negatives Lehrbeispiel
Die NZZ zeigt am Beispiel der deutschen Landesbanken, wieso sich die Politik aus dem Bankengeschäft heraushalten soll. Aber auch, dass ohne den Staat alles so weiter gehen wird wie bisher und man keine Lehren aus der Krise zieht. Für einmal wird wieder darüber geschrieben, dass es mehr gibt als nur Schwarz oder Weiss. Das ist etwas, was ich an der Berichterstattung der letzten Monate zur Wirtschaftskrise stark vermisst habe.

«Ich hasse Lügen» – Ein Besuch beim amerikanischen Enthüllungsjournalisten Seymour Hersh
Ebenfalls in der NZZ erschien ein interessanter Bericht über den Besuch bei Seymour Hersh. So stellt man sich einen Journalisten vor: Einer der gründlich Recherchiert und nicht davor zurückschreckt, den Mächtigen auf die Finger zu hauen. Kein eingebetteter Hofberichterstatter, sondern einer, der bringt was viele lieber ignorieren.

Michaelus Lignum
Bildblog macht auf einen Beitrag der Hamburger Morgenpost aufmerksam. Diese sorgt sich um den Gesundheitszustand des Papstes. Der Text an sich ist wenig spannend, doch die Illustration sorgt für mehr als nur Kopfschütteln. Man verwendet nicht das Bild von Papst Benedikt XVI, sondern das von Johannes Paul II. Nun kann es ja immer mal passieren, das man ein falsches Bild nimmt. Doch was für ein Licht wirft dies auf die Qualität der Zeitung? Das „aktuelle“ Foto zum Bericht ist wohl mindestens 4.5 Jahre alt und zeigt erst noch die falsche Person. Wie läuft dies erst bei Themen, wo man recherchieren muss? Ist dies der vielgerühmte Qualitätsjournalismus?

Schützt meine Leistung!
Print Würgt berichtet über die „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“. Ein Thema das derzeit von fast allen Medien in Deutschland totgeschwiegen wird. Man hofft wohl auf die Umsetzung bevor sich jemand dagegen auflehnen kann. Michalis Pantelouris zeigt schön auf, wieso diese so sehr gewollten Schutzrechte nicht die Lösung sein können.

Briefe von der Front
Die SZ sammelte Briefe, E-Mails und SMS, die deutsche Soldaten aus Afghanistan in die Heimat schickten. Ohne Filter, ohne politisch korrekte Formulierung zeigt diese Korrespondenz wohl das klarste Bild von dem, was am Hindukusch läuft. Genau dies macht es so eindrücklich. Ist dies doch ganz etwas anderes als es uns die Bilder am TV einreden wollen.
Und genau das macht es so gefährlich. In einem Land, das mehr über die Formulierung der Lage debattiert als über das, was es da eigentlich machen will, wird dies gar nicht gern gesehen. Die Intervention der Bundeswehr passt da schön ins Bild.