Buch-Rezension zu „Clean Code“

„Clean Code: A Handbook of Agile Software Craftsmanship“ von Robert C. Martin erschien 2008 bei Prentice Hall. Auch wenn die Beispiele in Java sind, ist das Buch jedem Entwickler zu empfehlen. Abgesehen von einigen Kleinigkeiten betrifft die Problematik (mindestens teilweise) auch alle anderen Programmiersprachen.

Das Buch beginnt mit der Erklärung, wieso sauberer Code notwendig ist. Auf längere Sicht ist der Aufwand zur Wartung von verrottendem Code schlicht unbezahlbar. Wenn selbst die kleinste Änderung grossen Aufwand verursacht, bremst es die Entwicklung und die Kosten laufen vollends aus dem Ruder – von den Terminen ganz zu schweigen.

Wer ist nun Schuld an schlechtem Code? Martin sagt unmissverständlich: die Entwickler. Nicht der Teamleiter, nicht das Marketing und nicht der Kunde, sondern die Entwickler. Sie schreiben den Code, also ist es ihre Aufgabe ihn sauber zu halten. Es muss in ihrem Interesse sein, den Code sauber zu halten. Wer schlechten Code schreib nur um die Deadline zu halten wird diese erst recht verpassen.

Martin zeigt in dem Buch auf, wie man zu sauberem Code kommen kann. Er stellt aber auch klar, dass sein Ansatz nicht der alleinig selig machende ist. Andere Ansätze soll man sich ebenfalls anschauen und hinterfragen – genau wie seine.

Das Buch widmet sich dem ganzen Spektrum der Entwicklung und zeigt immer, wie man an der entsprechenden Stelle den Code verbessern kann. Die weiteren Themen sind:

  • Sinnvolle Namen
  • Funktionen
  • Kommentare
  • Formatierung des Codes
  • Objekte und Datenstrukturen
  • Fehlerbehandlung
  • Grenzen
  • Unit Tests
  • Klassen
  • Systeme
  • Emergenz
  • Nebenläufigkeit
  • Schrittweise Verfeinerung

 
Fazit
Um es vorweg zu nehmen: Clean Code bringt keine neuen und revolutionäre Ideen. (Ausser man sieht das konsequente Einfordern von Qualität durch den Entwickler als Revolutionär an) Alles was behandelt wird kann man auch in anderen Büchern finden. Neu ist allerdings, dass alles zusammen in einem Buch vorkommt. Dies macht für mich den Wert dieses Buches aus. Sollte die Zeit für Weiterbildung so kurz sein, dass man nur ein Buch pro Jahr lesen kann, ist Clean Code eine sehr gute Wahl. Neben der Themenvielfalt hilft es einem produktiver zu werden und besseren Code zu schreiben.

Wie es Martin aber auch selber schreibt: man muss die Vorschläge als Vorschlag sehen und nicht als einzig richtigen Weg. Das Agil im Titel hätte man weglassen können. Die Handwerkskunst ist nicht auf die agilen Vorgehensmodelle limitiert und schreckt manchen Leser wohl eher ab.

 
Zum Weiterlesen
Wem die Ideen von Martin gefallen, sollte sich die Initiative Clean Code Developer anschauen.

 
Zum Buch
Clean Code: A Handbook of Agile Software Craftsmanship von Robert C. Martin, 2008 Prentice Hall International, ISBN 978-0-13-235088-4, 464 Seiten