Aktualität – ein Begriff im Wandel?

Heute brachte 20 Minuten einen Beitrag zu Wowd. Dies ist eine neue Suchmaschine, „die ihren Usern nur Treffer von guten und aktuellen Websites liefern will“.
Ob es dies braucht und ob das nun wirklich so toll ist, kann ich nicht beurteilen. Mir fiel vor allem ein Satz in dem Beitrag auf:

„Die Treffer von Wowd sind nicht gerade brandaktuell. Im Test wurden auch solche präsentiert, die 59 Minuten alt waren.“

Was vor 59 Minuten erstellt wurde ist nun also schon alt? Hat Twitter und all die anderen Web 2.0 Anwendungen das Zeitgefühl derart verändert, dass nach einer Stunde schon die ganze Aktualität und Relevanz weg ist?

Vor nicht all zu langer Zeit konnte man schon froh sein, wenn der Webcrawler der Suchmaschinen einmal pro Monat auf einer Seite vorbei schaute. Und bei den Suchergebnissen war alles was im letzten halben Jahr erschienen ist noch Top aktuell.

Es ist ja toll wie schnell nun Informationen verbreitet und gefunden werden können. Aber wird unser Anspruch nach zeitnahen Informationen nicht langsam gefährlich? Ist Aktualität wichtiger als Inhalt? Wird so nur noch nachgeplappert, ohne dass man den Inhalt überprüft? Eine sorgfältige Prüfung braucht Zeit und diese bremst die Veröffentlichung.

Was passiert mit (absichtlich) fehlerhaften Informationen? Die schnelle Verbreitung von News funktioniert, aber diejenige der Korrekturmeldungen scheint immer wieder mit Problemen behaftet zu sein. Man ist lieber beim berichten vorne dabei als beim korrigieren seiner Beiträge.

Als Leser stellt sich für mich noch eine Frage: will ich mich wirklich mit Informationen zuschütten lassen, die nach einer Stunde der Aktualität wegen keine Relevanz mehr haben?