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Tipps für die Vorbereitung der Zertifizierungen 70-511 (Windows Applications Development) und 70-513 (WCF)

13. Juli 2011 1 Kommentar

Für die Zertifizierungen 70-511 und 70-513 fasse ich meine Vorbereitungstipps in einen Blogbeitrag. Dies da der Umfang der Prüfungen deutlich kleiner ist und die Tipps für die beiden Zertifizierungen ähnlich sind. Zudem habe ich die verwendeten Bücher bereits mit jeweils einem eigenen Beitrag vorgestellt.

 
70-511 – Windows Applications Development
Bei dieser Zertifizierung geht es um die Entwicklung von Desktop Applikationen mittels WPF (Windows Presentation Foundation) und Windows Forms. Von Microsoft gibt es dazu ein Training Kit. Ich fand dies sehr hilfreich um mich auf die Zertifizierung vorzubereiten und genügte mir als Vorbereitungsmaterial.

Ich habe allerdings vor einem Jahr schon die Zertifizierung für WPF in .Net 3.5 gemacht und seit mehr als einem Jahr Windows Forms Anwendungen entwickelt. Für diese Technology Specialist Zertifizierung sehe ich es als besonders hilfreich an wenn man über viel Praxiserfahrung verfügt.

Idealerweise schreibt man eine einfache kleine Anwendung die Daten ans GUI bindet und vor dem abspeichern validiert. Dies unbedingt in beiden geprüften Technologien machen, da man so sehr einfach die Differenzen bemerkt. So eine Anwendung kann man auch dazu nutzen um GUI-Komponenten der jeweils anderen Technologie einzubinden.

 
70-513 – Windows Communication Foundation
Diese Zertifizierung beinhaltet „nur“ die Windows Communication Foundation (WCF). Allerdings ist dies immer noch ein grosses Thema. Wer sich schon einmal mit verteilten Systemen beschäftigt hat wird damit aber sehr schnell zu Recht kommen.

Für Einsteiger kann ich das Buch „Professional WCF 4“ empfehlen. Dies startet bei Null und erklärt alle Teile. Die Beispiele dazu haben mir enorm geholfen und sollte man unbedingt nachbauen. Wer sich schon ein wenig mit WCF auskennt oder sehr viel mehr Detailtiefe benötigt sollte sich „Programming WCF Services (3rd Edition)“ anschauen.

 
Tools
Für all diese Zertifizierungen genügt Visual Studio Express. Wenn man genau wissen will was WCF übers Netz schickt sollte einen Blick auf Wireshark werfen.

 
MSDN
Wie bei 70-516 (Accessing Data with .Net 4) ist auch für diese Zertifizierungen MSDN eine gute Anlaufstelle für Details der einzelnen Themen.

 
Ich hoffe damit allen geholfen zu habe die sich auf diese Zertifizierungen vorbereiten wollen. Über Kommentare mit weiteren Tipps zur Vorbereitung würde ich mich auch dieses mal freuen.

Buch-Rezension zu “Systemarchitekturen für Verteilte Anwendungen”

Die steigenden Anforderungen an aktuelle Software benötigen entsprechend flexible Lösungen. Herausforderungen wie Skalierbarkeit oder Ausfallsicherheit hofft man mit verteilten Systemen lösen zu können. Doch wo soll man starten? Was für Möglichkeiten gibt es und wie kann man die unzähligen Begriffe und Konzepte einordnen?

Diese und weitere Fragen versucht das Buch “Systemarchitekturen für Verteilte Anwendungen” von Jürgen Dunkel, Andreas Eberhart, Stefan Fischer, Carsten Kleiner und Arne Koschel zu beantworten. Eine kurze Einführung über Software-Architektur und eine Erklärung der grundlegenden Begriffe dient als Start in die Welt der verteilten Anwendungen.

Diese Konzepte werden im 2. Teil vorgestellt:

Um ein Gefühl dafür zu bekommen wird jeweils eine Erklärung des Architekturkonzepts, eine Übersicht zu den Realisierungsplattformen und Code-Beispiele geliefert.

Teil 3 behandelt die Auswahl einer konkreten Architektur. Die im zweiten Teil vorgestellten Konzepte werden wieder aufgenommen und auf die Anforderungen aus dem Softwarelebenszyklus hin untersucht. Dies umfasst die Problemanalyse, das Design, die Implementierung und Test, sowie den Betrieb und die Wartung.
Die Fallbeispiele aus der Praxis reichen vom LAMP-Stack über den PetStore von Java EE bis hin zum Grid des CERN für den LHC (Large Hadron Collider).

Als Abschluss dient ein Ausblick auf Software as a Service (SaaS), Virtualisierung und Cloud Computing.

 
Stärken und Schwächen
Ein so komplexes und grosses Thema auf weniger als 300 Seiten näher zu bringen ist eine grosse Herausforderung. Es gelingt den Autoren einem einen guten Überblick zu verschaffen und hilft dabei, die unzähligen Begriffe einordnen zu können. Die Stärken des Buches liegen eindeutig bei den allgemeinen Erklärungen.

Bei den konkreten technischen Umsetzungen fällt die Qualität aber stark ab. Die Code-Beispiele sollen zeigen wie das Beschriebene konkret umgesetzt wird. Allerdings sind diese viel zu kurz und wenn man sich nicht bereits mit dem Thema auseinander gesetzt hat wird man kaum verstehen, was da nun gezeigt wird. Die Seitenlangen XML-Dokumente helfen da auch nicht weiter.

Die Formatierung ist sehr gewöhnungsbedürftig. Alle Leerzeichen in den Strings werden konsequent markiert – auch dann wenn diese nur zum einrücken dienen und über die halbe Seite gehen. Dafür fehlt bei Befehlszeilen der Hinweis, dass der Zeilenumbruch dem Layout geschuldet ist und man den Befehl als eine Zeile eingeben muss.

Auch sehr gewöhnungsbedürftig ist die Art, wie auf weiterführende Literatur verwiesen wird. Als Beispiel die Einleitung des Architekturkonzepts der Grid Architekturen:

Als Geburtsstunde des Grid Computing wird üblicherweise das Jahr 1998 mit dem Erscheinen des Werkes [25] genannt.

Möchte man wissen welches Buch gemeint ist, bleibt einem nichts anderes übrig als zum Literaturverzeichnis zu blättern. Dies ist leider kein Einzelfall.

Die grosse Anzahl der Autoren bemerkt man bei den Erklärungen der Begriffe. Teilweise wird sehr grosszügig damit umgegangen und dann wiederum werden Abgrenzungen gemacht, die mit der Praxis kaum noch etwas zu tun haben.

Die Fallbeispiele sind eine Enttäuschung. Der LHC an sich ist spannend, doch wer braucht eine vergleichbare Lösung? Und ist die Demo-Applikation PetShop wirklich erwähnenswert? Mehr Beispiele aus der Praxis die einer grösseren Leserschaft bekannt sind (wie Amazon) hätten da besser gepasst.

 
Fazit
Das Buch ist gut geeignet um einen Überblick über das Thema der verteilten Anwendungen zu bekommen. Wer allerdings an der technischen Umsetzung interessiert ist, sollte sich nach einem anderen Buch umschauen.

 
Zum Buch
Systemarchitekturen für Verteilte Anwendungen, von Jürgen Dunkel, Andreas Eberhart, Stefan Fischer, Carsten Kleiner und Arne Koschel, 2008 HANSER, ISBN 978-3-446-41321-4, 293 Seiten

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