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TechDays 2011 in Bern
Am 20. und 21. Oktober veranstaltete Microsoft zum zweiten Mal in diesem Jahr die TechDays. Als Veranstaltungsort diente nach längerem wieder einmal der Kursaal in Bern. Auch wenn der Kursaal derzeit umgebaut wird fand ich die Räumlichkeiten doch angenehmer als das Congress Center in Basel.
Ich hatte den Eindruck dass deutlich weniger Leute nach Bern gekommen sind als im Frühling nach Basel. Ob dies am Programm oder am Ort liegt kann ich allerdings nicht abschätzen.
Windows 8 – oder doch nicht
Als man sich Ende Juni für die TechDays registrieren konnte war im Programm noch von Windows 8 und all den damit verbundenen Neuerungen die Rede. Ende August gab es einen Programmwechsel weg von Windows 8 hin zu Azure, Mango und HTML 5. Die damit einhergehende Umfrage ob man dennoch kommen wolle fand ich eine gute Sache, hatte sich der Inhalt der Messe doch komplett verändert.
Der ursprünglich geplant Event zu Windows 8 wird nun am 9. Februar 2012 im Kongresshaus Zürich durchgeführt.
IT Pro Day / Developer Day
Die TechDays wurden diesmal nach Zielpublikum getrennt. Der erste Tag zeigte Themen die sich vor allem an Administratoren und Manager richten, wie Azure oder der kommende SQL Server „Denali“. Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Entwicklung, wo Visual Studio 11 schon in der Keynote ausführlich behandelt wurde.
Team Foundation Server, Mango und OData
Ich war nur am Developer Day und besuchte vor allem die Sessions rund um den Team Foundation Server (TFS). Da ich mich derzeit beruflich mit dem TFS beschäftige kamen mir diese Sessions gerade Recht. Die von Neno Loje vorgestellten neuen Funktionen im TFS 11 decken viel von dem ab was ich an der aktuellen Version vermisse (wie das Kanban-Board oder die dynamischen Statusreports). Schade nur dass man noch so lange auf den TFS 11 warten muss.
Die Neuerungen für Entwickler in Windows Phone 7.5 (Mango) wurden durch Sascha P. Corti vorgestellt. Einmal mehr lieferte er eine super Präsentation ab die das Publikum mitriss. Schön ist auch das die gezeigten Werkzeuge und neuen Möglichkeiten bereits verfügbar sind.
Mark Stafford (OData) und Corrado Iorizzo (Integration TFS mit Ticketing-Systemen über Webservices) gingen in ihren 300er Präsentationen tief in die Details hinein. Ich konnte so in einer Stunde nicht nur erfahren wie man externe Ticketing-Systeme mit TFS integrieren kann, sondern auch gleich noch wie ich dies angehen muss und auf welche Punkte ich zu achten habe. Die beiden Sessions waren wirklich einmal ein Deep Dive der den Namen verdient hat.
Schön wäre es wenn Microsoft für die nächsten Veranstaltungen die Klassifizierung beibehalten könnte. Wenn die Level 100, 200 und 300 jedes Mal wieder etwas anderes bedeutet verwirrt dies nur die Besucher.
Präsentationen und Videos
Die Präsentationen sind bereits alle auf der Webseite der TechDays aufgeschaltet. Die Videos sollten in den nächsten Tagen folgen.
Fazit
Ich konnte mir ein Programm zusammenstellen das thematisch zu meiner aktuellen Tätigkeit passt. So konnte ich vom Developer Day trotz der wenigen wirklichen Neuigkeiten profitieren.
Dennoch haben mich die zweiten TechDays in diesem Jahr nicht voll überzeugen können. Die Einteilung wie in den letzten Jahren mit den TechDays im Frühling und der Shape im Herbst hat mir besser gefallen. Sich einen Tag lang nur mit Webtechnologien zu beschäftigen ist etwas ganz anderes als in einem Tag das ganze .Net Ökosystem unterbringen zu wollen.
Nächstes Jahr wird wohl wieder alles ein klein wenig anders. Die Shape soll gemäss Computerworld im Frühling stattfinden (terminlich auf die MIX abgestimmt) und die TechDays passend zur PDC am 19./20. November wieder in Basel. Man darf also gespannt sein was Microsoft im 2012 so alles bieten wird.
MIX 11: Sehr gute Videos zu Windows Phone 7
Mitte April fand in Las Vegas die MIX 11 statt. Dies ist die alljährlich von Microsoft veranstaltete grosse Web-Konferenz. Neben zahlreichen Themen rund um die Webentwicklung war dieses Jahr Windows Phone 7 (WP7) ein grosses Thema. So ging es in 28 der 124 Sessions um Erkenntnisse aus dem ersten halben Jahr WP7 und was die nächste Version (Mango) alles für Vereinfachungen bringt.
Jede Session dauert rund eine Stunde. Da nicht jeder Zeit hat alle Videos anzuschauen möchte ich diesen Blogpost nutzen um einige Sessions vorzustellen, die mir besonders gefallen haben. Wer noch andere besonders sehenswerte Sessions kennt soll doch bitte einen Kommentar hinterlassen. Ich würde mich über weitere Tipps (gerne auch zu anderen Themen) freuen.
Deep Dive MVVM (von Laurent Bugnion)
Das Einsatzgebiet von MVVM beschränkt sich nicht nur auf WP7, doch ist dieses Pattern auch dort sehr verbreitet. Laurent Bugnion zeigt in dieser Präsentation wie man einige der häufigsten Probleme bei MVVM lösen oder mindestens elegant umgehen kann. Wer an den TechDays 2011 in Basel war wird die Anwendung die dabei erstellt wird wiedererkennen.
The Tale of Two Apps: Making a Splash in the Windows Phone Marketplace (von András Velvárt und Bálint Orosz)
Das Metro-Design scheint auf den ersten Blick die Freiheit der Entwickler deutlich einzuschränken. Die beiden Applikationen “Cocktail Flow” und “SurfCube 3D Browser” zeigen das dies nicht so sein muss. Neben den kreativen Ansätzen und dahinterliegenden Ideen zeigen Velvárt und Orosz auch mit welchen Problemen sie während der Entwicklung zu kämpfen hatten.
Who Would Pay For That Feature? Adding Analytics to Your Windows Phone 7 Applications (von David Poeschl)
David Poeschl zeigt in dieser Session was es alles für Möglichkeiten gibt die Benutzung einer WP7 App zu überwachen. Vorgestellt wird dabei vor allem die Lösung von PreEmptive Solutions. Mit deren kostenlosen Dienst kann man neben der Dauer und Häufigkeit der Benutzung auch detailliert erfahren welche Funktionen der eigenen App wirklich verwendet werden. Wie man das Interesse der Entwickler und den Datenschutz der Kunden vereinen kann wird dabei ebenfalls dargelegt.
Analyzing and Improving Windows Phone Application Performance (von Jeff Wilcox)
Die Zeiten von unlimitierten Resourcen und Memory ohne Ende sind vorbei – jedenfalls wenn man für den mobilen Bereich programmiert. Nachdem man sich als Entwickler daran gewöhnt hatte das man sich um die Schonung von Resourcen keine Gedanken machen muss steht man nun vor einem Gerät auf dem man maximal 90 MB Ram nutzen darf. Und plötzlich zählt wieder jedes MB an Ram und jedes KB bei der Datenübertragung.
Jeff Wilcox zeigt in seiner Session wie man mit den Tools von Microsoft seine App überwachen und die grössten Resourcenverschwender auffinden kann. Wie man es dann besser macht fehlt ebenso wenig wie generelle Tipps zur Verbesserung der Performance – oder mindestens deren Wahrnehmung.
Get Real! Sketch, Prototype, and Capture Great Ideas with Expression Blend and SketchFlow (von Sara Summers)
Sara Summers zeigt wie man mit SketchFlow Prototypen erzeugen kann. Ohne viel Code kann man so prüfen ob die Ideen die man hat so auch funktionieren könnten. Noch fast besser fand ich die Idee mit den Screens auf Papier. Ganz ohne Computer einfach kurz aufzeichnen was man sich so vorstellt macht allen beteiligten schnell klar was man erreichen will. Hat man die Skizze schon in der Grösse des Telefon-Screens gezeichnet merkt man so auch schnell was für die Benutzung angenehm ist – zu kleine Knöpfe oder zu viele Daten fallen so viel schneller auf als wenn man es nur aufs Whiteboard zeichnet.
New Data Access Features Coming to Windows Phone (von Sean McKenna)
Mango wird es dem Entwickler ermöglichen die Daten in einer Relationalen DB zu speichern. Dazu greift man mit LINQ to SQL auf den SQL Server Compact (SQL CE) zu. Dies mag erstaunen, hiess es doch das LINQ to SQL tot sei. Bei limitierten Resourcen scheint man nun aber eine Nische dafür gefunden zu haben. Ich bin gespannt wie es mit dieser Technologie weiter gehen wird.
Man wird in Mango auch auf den Kalender und das Adressbuch zugreifen können. Leider nur read-only, was die Möglichkeiten für eigene Anwendungen doch schon wieder limitiert.
Soweit meine Favoriten der MIX rund um WP7. Wer noch weitere Sessions kennt die man unbedingt gesehen haben muss soll bitte einen Kommentar hinterlassen.
TechDays 2011 in Basel
Anfangs Mai war es wieder so weit: Die TechDays 2011 riefen die .Net Entwickler nach Basel. Für mich waren die grossen Themen der TechDays Silverlight 5 und das Windows Phone 7. Ich hoffte auf etliche neue Ideen sowie zahlreiche Tipps und Tricks. Dies wurde nicht nur erreicht sondern noch übertroffen.
Silverlight 5 und Windows Phone 7
Ronnie Saurenmann zeigte die praktischen Neuerungen in Silverlight 5. Die auf Ende Jahr erwartete Version wird das Drucken deutlich beschleunigen. Wenn man mit Vektoren statt mit Rastergrafiken seine Reports drucken kann wird man viel weniger Daten hin und her schieben müssen.
Das Pivot Control wird auch endlich mit zur Laufzeit definierten Werten für die Abfragen auskommen. Man erspart sich damit nicht nur die vorgängige Aufbereitung der Daten, sondern kann viel flexiblere Abfragen machen. Zusammen mit den Animationen wird man nun ein ideales Control für die Datenauswertung bekommen.
Laurent Bugnion machte mit seinen Präsentationen zum Windows Phone 7 (WP 7) eine sehr gute Arbeit. Es hat sich gelohnt nach der Enttäuschung im letzten Jahr bei RIA Services doch wieder seine Präsentationen anzuschauen. Im ersten Teil zeigte er eine grundlegende Einführung zu WP 7 um zu erklären, was Windows Phone eigentlich ist und wie das Ökosystem dazu aussieht. Dazu nutzte er die Applikation, die er schon für seine Präsentation an der MIX im April verwendet hat.
Im 2. Teil ging es dann an die Details wie man so eine Applikation entwickelt. Wie es der Titel “WP7 Deep Dive” erwarten liess wurden dabei viele Punkte angesprochen, die vor allem für diejenigen interessant waren, die bereits fürs WP7 entwickeln. Bugnion konnte dabei unter anderem von seinen Erfahrungen mit der SBB-App berichten.
Gute Präsentationen aus der .NET User Group Bern
Kay Herzam und René Leupold hielten die Ende April in Bern vorgestellten Präsentationen. Ich war erfreut wie viele Leute sich „Entity Framework – ein Überblick“ von René anschauten. Obwohl im Raum nebenan Sascha Corti eine Einführung in HTML 5 gab und es sich um den ersten Session Block des 2. Tages handelte, mussten einige Zuhörer dem Vortrag im Stehen folgen.
Den Vortrag von Kay zur Webentwicklung mit ASP.NET und den 2. Teil zu Entity Framework von René konnte ich mir leider erst als Video anschauen. (Die 2 Windows Phone Sessions liefen parallel dazu)
Was ich von meinen Arbeitskollegen zu den Präsentationen hörte war durchwegs positiv und könnte wohl dazu führen das noch der eine oder andere den Weg an ein Treffen der DNUG Bern finden wird.
Viel Gutes und nur eine Enttäuschung
Mario Szpuszta lieferte (meiner Meinung nach) die beste Präsentation. Sein Thema „OData und WDF Data Services unter der Lupe“ war genial vorgetragen und eine ideale Kombination aus Humor und technischen Details. Ob man sich schon mit dem Thema beschäftigt hat oder es zum ersten Mal hörte – es war für jeden etwas dabei. Das Video dazu ist zwar gut, es fehlt aber leider all das was Mario auf der Bühne vorgeführt hat.
Mich enttäuschte eigentlich nur die Deep Dive Präsentation zu Expression Blend von Christian Moser. Dies lag vor allem an dem was ich vom Vortrag erwartet hatte. Die unbekannten Features konnte ich nicht finden, dafür waren die gezeigten Möglichkeiten zu sehr an dem was man innert kürzester Zeit selber herausfindet. Es gab zwar auch zahlreiche hilfreiche Tipps, doch für eine Advanced Session schien mir dies alles zu oberflächlich.
Als 100er (Basic) oder 200er (Intermediate) Session wäre die Präsentation sehr gut gewesen. So aber fehlte mir zu viel. Ich kann die Session aber all denen Empfehlen, die schon die ersten Schritte mit Expression Blend gemacht haben und nun gerne mehr wissen möchten.
Twitter – nichts für Schweizer Entwickler?
Vor den einzelnen Präsentationen wurde jeweils eine Twitterwall eingeblendet. Wer seinen Tweet mit dem offiziellen Hashtag #chtd versah wurde nicht nur einfacher gefunden, sondern erschien auch auf dieser Twitterwall. Man konnte so sehr schön und fast in Realtime sehen wie die TechDays bei den Entwicklern ankamen. Jedenfalls bei denen die Twitter nutzen.
Mich erstaunte wie gross die Ablehnung gegen Twitter war. Fast in jeder Session hörte man immer wieder ein „Wer braucht den das?“ oder ein „Die meinen auch es würde sich jemand für ihre Meinung interessieren“. Es schien fast als ob Twitter ein Phänomen ist, das an einem grossen Teil der .Net Entwicklern in der Schweiz vorbei gegangen ist. Ist dies wirklich so oder sass ich nur jeweils im falschen Teil der Räume?
Präsentationen und Videos
Auf der offiziellen Seite findet man unter Präsentationen / TechDays 11 die Folien und Videos zu den einzelnen Sessions. Leider sieht man jeweils nur was auf die Leinwand projiziert wurde. Bei anderen Veranstaltungen wie der MIX sieht man auch noch den Referenten, was die ganze Sache deutlich interessanter macht. Dies wäre vielleicht noch eine Verbesserung fürs nächste Jahr – oder den Herbst.
Nächste TechDays: Im Herbst
Die nächsten TechDays werden im Oktober in Bern stattfinden. Dies da Microsoft die Veranstaltungen besser aufeinander abstimmen will. Wenn ich das Ziel auch sehr gut finde, so scheint mir das Risiko in einem Jahr 2 TechDays durchzuführen sehr gross. Ich befürchte dass sich die Besucherzahlen in Bern in Grenzen halten werden, da 4 Tage Weiterbildung für viele Firmen wohl zu viel sind. Ich bin daher gespannt wie hoch die Eintrittspreise sein werden und was man alles rund um Windows 8 zeigen will.
Fazit
Mir gefielen die TechDays 2011 sehr gut. Die Themen im Developer Track passten zu meinen Interessen und hatten durchwegs eine gute Qualität. Wenn es auch noch Platz für die eine oder andere Verbesserung hat, so freue ich mich doch auf die nächsten TechDays.
.NET User Group Bern – immer ein Besuch wert
Ich möchte diesen Blogpost nutzen um ein wenig Werbung für die .NET User Group Bern zu machen.
Seit Ende März 2010 macht die DNUG Bern im Schnitt alle 2 Monate ein Treffen, bei dem die verschiedensten Themen rund um .Net vorgestellt werden. Diese reichten bisher von ASP.net MVC über BDD, O/R Mapper, TFS, SOLID bis zu T4 Templates. Organisiert wird das Ganze von Martin Affolter, Kay Herzam und René Leupold.
Nächste Treffen
Im April gibt es für einmal 2 Treffen:
- 14. April: Reaktive Programmierung mit den Reactive Extensions (Rx)
- 26. April: .NET User Group Bern TechHours
Wer an den Themen interessiert ist sollte sich bei der XING-Gruppe registrieren und für den Event anmelden. Dies erleichtert die Planung, da die Plätze durch die Raumgrösse limitiert sind.
Die Vorträge finden wiederum bei WISS Bern (Ostermundigenstrasse 81, 3006 Bern) statt.
Community Feed
Um die Zeit zwischen den Treffen zu überbrücken empfiehlt sich der Community Feed. Dieser findet sich auf http://www.dnug-bern.ch/rss.aspx und aggregiert die Blogs einiger Mitglieder der DNUG Bern.
Den Feed darf man übrigens auch abonnieren wenn man nicht an die Treffen kommen kann oder will.
TechDays 2010 in Basel
Am 6. und 7. April durfte ich die TechDays in Basel besuchen. Nachdem die letztjährigen TechDays bei uns während Wochen für Gesprächsthemen sorgten, freute ich mich auf 2 interessante Tage.
Keynote: eine verpasste Gelegenheit
Die TechDays starteten allerdings nicht gerade vielversprechend. Wir waren ein wenig zu früh in Basel und mussten draussen aufs öffnen der Türen warten. Nach einem Kaffee und einem ersten Rundgang durch die Ausstellerstände begann die Keynote. Neben einigen Informationen rund um die TechDays (dieses Jahr nahmen 1100 Personen teil) startete der Hauptteil über visuelle Filmeffekte.
Christoph Ammann versuchte dieses an sich spannende Thema zu präsentieren. Dies gelang allerdings nicht wirklich. Anhand vom Endprodukt in HellBoy 2 zeigte er was sie gemacht hatten. Uns wurden zwar einige Filmausschnitte (ohne Ton) gezeigt, doch was alles dahinter steckt wurde nur angetönt. Es war so oberflächlich, dass man es auch hätte sein lassen können. Zudem wirkte der ganze Vortrag unvorbereitet.
Die Keynote endete mit der Verleihung des .NET Swiss Innovation Awards. Die ausgezeichneten Applikationen nutzten Silverlight, WPF, Azure, WCF oder am besten alles zusammen. Microsoft konnte zeigen, dass es produktionsreife Produkte gibt, die auf diese “neuen” Technologien setzen.
Silverlight
Ein grosses Thema an den TechDays war Silverlight. Ronnie Saurenmann war einmal mehr super. Seine Präsentation “Silverlight 4 Overview: The key Microsoft UI technology” wie auch “Silverlight 4 Advanced” waren kurzweilig und boten eine hohe Informationsdichte. Zudem gab es sehr viel zu lachen, was bei einer solchen Veranstaltung nicht alltäglich ist. Es gibt eine neue DeepZoom-Anwendung von Ronnie für das Kunsthaus.
Silverlight ist mit Version 4 bereit für Geschäftsanwendungen (Line of Business – oder kurz LOB). Das DataGrid, die RIA-Services und der Designer in Visual Studio 2010 sind nun fertig und werden in Kürze veröffentlicht.
WPF
Bei all der Aufmerksamkeit für Silverlight kam WPF ein wenig kurz. Nur eine Session beschäftigte sich mit den Neuerungen von Version 4. Endlich gibt es aber auch da ein DataGrid und einen DatePicker, die man nicht mehr aus dem Toolkit holen muss. Die Schrift soll nun auch endlich besser steuerbar sein. Die Unschärfe beim scrollen oder während einer Animation könnten somit endlich der Vergangenheit angehören. Auch das DataBinding wurde cleverer. Ein setzen des aktuellen Werts soll nun das Binding nicht mehr entfernen.
Microsoft will nun WPF (und auch Silverlight) auch für LOB-Anwendungen pushen. Bisher lag das Augenmerk vor allem auf den grafischen Spielereien die damit möglich sind. Das DataGrid und die weiteren neuen Controls sind dafür eine Notwendigkeit. Bleibt nur die Frage wieso dies nicht schon mit der letzten Version angegangen wurde. Gerade das Grid ist doch wirklich unverzichtbar.
Azure
Ein weiteres sehr grosses Thema war Azure. Cloud Computing wächst und wird immer wichtiger. Mittlerweile gibt es auch in Europa ein Datacenter. Somit müssen die Daten nicht mehr über Nordamerika geholt werden.
Die Präsentation “Learn how to build your first .NET application for the Cloud using Windows Azure” zeigte wie einfach das deployment in die Wolke ist. Eine Datenbank wird über einen gewöhnlichen Connection-String angesprochen. Die ganzen Zusatzservices wie die gespiegelten Datenbanken sind transparent dahinter “versteckt”. Für den Entwickler spielt es somit fast keine Rolle, worauf er sich nun verbindet.
MIX, Entity Framework und TFS
Sascha P. Corti steckte einem mit seiner Begeisterung auch diesmal wieder an. Seine Zusammenfassung der MIX zeigte viele Neuerungen bei Microsoft. Der IE 9 wird endlich SVG anzeigen können und rendert so schnell wie derzeit kein anderer Browser. Wird auch endlich Zeit mag da mancher denken. Gerade bei SVG musste man ja lange genug warten.
Das Pivot Control gibt es derzeit nur für WPF. Hoffentlich kommt das auch bald für Silverlight. Was auf der Demo wie eine Spielerei aussieht könnte enorm praktisch bei der Visualisierung grosser Datenmengen sein. Ebenfalls sehr interessant tönt oData. Dies ist quasi ein RSS für Daten. Nur können Daten damit auch erzeugt und verändert werden. Ich bin sehr gespannt wie sich dies entwickeln wird.
Auch beim Entity Framework gibt es in Version 4 zahlrieche Verbesserungen. Ein lazy loading ist nun ebenso möglich wie die Einflussnahme auf die generierten Entitäten. Mittels der Template Engine T4 kann man seine Entitäten nach Belieben umschreiben lassen.
Der Team Foundation Server wartet mit einer ganzen Reihe von Verbesserungen für das Requirements- und Projektmanagement auf. Der Vortrag von Neno Loje dazu war ebenfalls spitze. Die teils sehr zynischen Bemerkungen sorgten für einen würdigen Abschluss der TechDays.
Was enttäuschte
Auch wenn mir die TechDays zum grossen Teil gut gefielen, so gibt es auch Punkte und Vorträge, die mich enttäuscht haben.
“RIA Services: Geschäftsorientierte Anwendungen mit Silverlight 4″ von Laurent Bugnion war so eine Präsentation. Von einer Session die sich an Experten richtet erwarte ich deutlich mehr als das vorzeigen des Hands-On Lab von Microsoft zu Silverlight RIA Services. Auf dies lief die ganze Präsentation am Ende leider hinaus. Dabei hätte es zu RIA Services etliches zu erzählen gegeben: Kompatibilität zwischen Versionen, Upgrade-Szenarien oder wann man eigentlich auf RIA-Services setzen soll und wann nicht. Doch all dies fehlte.
Fürs nächste Jahr sollte sich Microsoft überlegen, ob man wirklich alle 5 parallelen Sessions immer gleichzeitig in die Mittagspause lassen will. Wenn 1100 Leute an der Essensausgabe warten kann sich jeder die Schlangen vorstellen. Es gibt sicher einige Sessions die nach 45 Minuten fertig wären und auch solche, die gerne noch 15 Minuten anhängen würden. Diese Staffelung zusammen mit einem Küchenteam das dann auch bereit ist würde das alles deutlich angehemer machen. Grössere Teller würden ebenfalls den ganze Essensdownload beschleunigen…
Das Abschiedsgeschenk muss ich hier ebenfalls erwähnen. Beim Verlassen am Mittwoch gab es für jeden Teilnehmer noch einen Seesack. Dieser war gut gefüllt mit all der Werbung, die man einem die letzten 2 Tage an den Ausstellerständen schon in die Hand gedrückt hat. Ich behielt nur die Broschüre zum Azure-Wettbewerb. Der Rest landete zusammen mit dem fürchterlich stinkenden Seesack in der runden Aktenablage. Das “Geschenk” sollte man vor der nächsten Veranstaltung bitte ebenfalls überdenken.
Fazit
Wenn man in den richtigen Sessions war, hat man sehr viel lernen können und die 2 Tage sind wie im Flug vergangen. Hat man aber Pech und sass in den “falschen” Sessions, waren die TechDays alles andere als interessant (Siehe das Fazit von Dani Meier).
Mir hat es gefallen und ich konnte viele neue Ideen mitnehmen. Fürs nächste Jahr sollte Microsoft aber über die Bücher. Sich für 520.– an einem Glücksspiel um die richtigen Sessions zu beteiligen kann ich meinem Chef nicht wirklich vermitteln. Zumal mit der Shape im Herbst eine Konkurrenzveranstaltung aus dem gleichen Haus ansteht.



