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Mein neues Phone

20. November 2012 1 Kommentar

Mein Windows Phone 7 Gerät (ein LG E900 Optimus 7) begleitete mich nun für 2 Jahre. Ich kann mich noch gut erinnern wie gespannt ich auf den Neustart von Microsofts mobiler Plattform war. Seit ich zum ersten Mal vom „Silverlight-Phone“ hörte wollte ich so ein Gerät haben.
Die Alterserscheinungen wie Probleme mit dem Akku, einem äusserst mühsamen ruckeln in der Twitter-Anwendung und den spontanen Neustarts wurden leider immer mehr. Zeit also für ein neues Gerät. Aber welches?

 

Ein Neustart mit Windows Phone 8?

Ende Juni 2012 wurde Windows Phone 8 zum ersten Mal konkret erwähnt. Die 10 neuen Plattformfeatures die vorgestellt wurden zeigten mir 2 Dinge:

  1. Microsoft hat sich viele Gedanken gemacht und steht vor einem Neuanfang
  2. Die Windows Phone 7.x Reihe ist tot.

Über den zweiten Punkt wurde ja mittlerweile überall breit diskutiert. Wie weit sich dies bewahrheiten wird können wir erst sagen wenn der Funktionsumfang von 7.8 offengelegt wird.

Die lange Funkstille und die Geheimniskrämerei rund um die Details von Windows Phone 8 haben mich genervt. Während Windows 8 über ein Jahr vor dem Release durch die Entwickler getestet werden konnte gab es das SDK für Windows Phone 8 erst nach der Veröffentlichung. Verschiedener könnte man ein neues Produkt wohl kaum einführen.

Nun liegt dies aber hinter uns und es wird Zeit zu schauen wie sich diese „geheimen“ Features in der Praxis bewähren.

 

Neue Plattform-Features

Nachdem ich nun eine Woche lang die 4 Anwendungen pro Zeile nutzen konnte will ich dieses Feature nicht mehr missen. Dies verwunderte mich sehr, da ich dieses Feature im Juni noch als „das ist doch kein Plattform-Feature“ betitelt hatte. In dem Punkt traf ich ein vorschnelles Urteil.

Die Lockscreen-Meldungen sind ein weiteres Feature das äusserst praktisch ist. Nun genügt mir ein Klick auf den Power-Knopf und ich sehe was für Meldungen auf mich warten – ganz ohne vorher einzuloggen.

Die Geschwindigkeit der neuen Hardware ist bemerkenswert. Während Angry Birds auf WP 7.x dermassen ruckelte das man damit nicht spielen wollte läuft nun alles flüssig. So gehört sich das.

Äusserst gelungen finde ich die Integration des Systems mit DropBox. Will ich dort eine Datei öffnen die der DropBox-Viewer nicht kennt wird mir die Möglichkeit geboten eine passende Anwendung auszuwählen. Diese Inter-App-Kommunikation macht aus den Insellösungen der einzelnen Apps endlich eine brauchbare Einheit.

OneNote zeigt mir nun endlich auch Tabellen so an wie ich diese auf dem Desktop erfasst habe. Unter Mango war ein Herauszoomen um einen Überblick zu bekommen nicht möglich. Nun sehe ich beim Start die ganze Tabelle und kann bei Bedarf hineinzoomen. Da liegen wirklich Welten in der Benutzerfreundlichkeit.

Im neuen Store finde ich mich endlich zurecht. Während ich unter Mango noch endlos scrollen musste werden meine Suchanfragen nun so beantwortet das ich die gewünschte Anwendung unter den ersten 3 Treffern habe. Mir erscheint der Store zudem viel aufgeräumter und man nutzt endlich jede Chance um einem gute und passende Anwendungen zu verkaufen – also genau das wozu man den Store geöffnet hat.

In-App Käufe sind gut gelöst und ermöglichen nicht nur bei Spielen schneller vorwärts zu kommen. Mir gefällt das alle meine Einkäufe über ein Konto laufen können und ich nicht bei jedem Anbieter meine Kreditkarten-Informationen hinterlegen muss.

Und da wir gerade beim Einkaufen sind: Die Ticket-Anwendung ist eine tolle Ergänzung. Bei Eventbrite ein Ticket für eine Veranstaltung kaufen oder bei Booking.com ein Zimmer reservieren: Das nötige Ticket landet an einem definierten Ort und ist ohne grosses suchen auffindbar. Damit es noch schneller geht kann man diese auch auf dem Lockscreen anzeigen.

Screenshots lassen sich ebenfalls machen. Dazu genügt das gleichzeitige Drücken von Power und dem mittleren Knopf unten am Gerät.

Mit der Sprachsteuerung konnte ich mich noch nicht anfreunden. Noch bin ich schneller wenn ich mich durch die Menüpunkte klicke als den Befehl zu diktieren. Es ist aber wohl nur eine Gewöhnungssache.

 

Was mir besonders gut gefällt

Die vielen kleinen Verbesserungen wie die Lupe um den Cursor punktgenau zu platzieren oder der automatische Wechsel auf Grossbuchstaben nach einem Leerzeichen zur Namenseingabe sind eine echte Erleichterung. Auch wenn dies alles Kleinigkeiten sind, so summieren sich diese schnell und bieten eine tolle Benutzerführung.

Mein Top-Feature ist aber die Podcast-Anwendung. Wie habe ich es gehasst wenn ich wegen einem Neustart alle bereits gehörten Folgen einzeln durchspulen musste, nur damit ich den Status korrekt setzen konnte. Nun genügt mir ein einziger Klick und ich kann zwischen Neu und Abgespielt hin und her wechseln. Zudem bleibt der Podcast an der Stelle wo ich aufgehört hatte – dies trotz Restart oder wenn der Akku leer war.

Ob Systemupdates, Downloads von Musik oder Podcasts: Alles geht ohne eine Desktop-Software benutzen zu müssen. Die Daten kommen so aufs Gerät wie ich dies will und ich werde nicht durch eine Software gegängelt die mir beim Speichern noch gerne schnell die Songtitel überschreibt (was Zune ja mehrmals fertig brachte…).

Die Kamera bietet eine sehr gute Bildqualität. Gerade bei diffusem Licht in der Dämmerung oder bei Nebel liefert die Kamera scharfe Bilder. Grosse Helligkeitsunterschiede werden ebenso gemeistert wie schnelle Bewegungen. Wenn es auch nicht an meine PowerShot herankommt, so ist die Kamera für ihre Grösse doch top.

Für definitive Angaben zur Akkuleistung ist es noch zu früh. Die ersten Tests sind aber äusserst positiv und spielen in einer anderen Liga als das WP 7 Gerät.

 

Was fehlt

Leider fehlt bei meinem Phone gleich wie bei der Top-Linie von Nokia die Möglichkeit eine SD-Karte als Speichererweiterung zu verwenden. Da wird hoffentlich bei der nächsten Generation noch nachgebessert.

Und für NFC müsste ich erst noch einen Adapter kaufen. Dies stört mich im Moment noch nicht, da NFC sich erst einmal durchsetzen muss und ich keine NFC-fähigen Geräte habe. Ich bin gespannt ob ich in einem Jahr diesen Adapter besitze oder ob ich darauf verzichten kann.

 

Schlussworte

Es ist erstaunlich wie sich die Smartphones in 2 Jahren weiterentwickelt haben. Mir war wichtig dass mein neues Phone gut mit Windows zusammenspielt und ich die angekündigten Plattformfeatures auch wirklich nutzen kann. Daher kaufte ich mir ein iPhone 5.

 

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.Net Framework übergreifend entwickeln mit Portable Class Libraries

16. April 2012 Kommentare aus

Mittlerweile gibt es neben dem .Net Framework 4 auch Silverlight, Windows Phone 7 und Xbox 360. Obwohl man überall in C# entwickeln kann stösst man doch schnell einmal an eine Grenze: Eine Klassenbibliothek vom vollen .Net Framework kann nicht in einem Silverlight-Projekt verwendet werden. Gleiches gilt für Windows Phone 7. Und um es noch ein wenig mühsamer zu machen sind Silverlight und Windows Phone 7 auch nicht kompatibel.

Dies zeigt sich mit dieser Fehlermeldung wenn man versucht eine *.dll einzubinden:

 

Portable Library Tools als Lösung

Eine Entdeckung der Tech Conference war für mich die Portable Class Libraries. Dieser Projekt-Typ ist vergleichbar mit einer gewöhnlichen Class Library. Allerdings kann man mehrere Framework-Plattformen als Ziel wählen.

Die einzelnen Frameworks haben eine grosse Menge an Funktionen die überall zur Verfügung stehen. So lange man in diesem Bereich bleibt ist dieser Projekttyp eine sehr gute Lösung um den Code nur einmal zu schreiben. Was genau geht und wo die Grenzen liegen ist in der MSDN gut beschrieben.

Benötigt man die Framework-Spezifischen Teile kann man immer noch mehrere Projekte machen und die *.cs Dateien verlinken.

 

Installation

Wie immer mehr Bibliotheken und Erweiterungen kann man die Erweiterung Portable Library Tools über NuGet installieren. Sobald dies gemacht ist gibt es eine neue Projektvorlage:

Über die Projekteigenschaften kann man die Zielframeworks sehr einfach auswählen:

Der wiederverwendbare Code kann nun in diesem Projekt entwickelt werden und steht Anwendungen der aktivierten Frameworks zur Verfügung.

 

Ausblick

Windows 8 wird mit Metro noch ein weiteres Framework in die .Net Welt bringen. Gemäss den Informationen aus der Tech Conference von Mitte März in Baden gibt es aber eine gute Nachricht: Visual Studio 11 (oder wie man die Version am Ende nennt) wird diesen Projekttyp bereits integriert haben. Eine Nachinstallation wird so nicht nötig sein und damit auch den Anwendern der Express-Edition zur Verfügung stehen.

 

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MIX 11: Sehr gute Videos zu Windows Phone 7

6. Juni 2011 Kommentare aus

Mitte April fand in Las Vegas die MIX 11 statt. Dies ist die alljährlich von Microsoft veranstaltete grosse Web-Konferenz. Neben zahlreichen Themen rund um die Webentwicklung war dieses Jahr Windows Phone 7 (WP7) ein grosses Thema. So ging es in 28 der 124 Sessions um Erkenntnisse aus dem ersten halben Jahr WP7 und was die nächste Version (Mango) alles für Vereinfachungen bringt.

Jede Session dauert rund eine Stunde. Da nicht jeder Zeit hat alle Videos anzuschauen möchte ich diesen Blogpost nutzen um einige Sessions vorzustellen, die mir besonders gefallen haben. Wer noch andere besonders sehenswerte Sessions kennt soll doch bitte einen Kommentar hinterlassen. Ich würde mich über weitere Tipps (gerne auch zu anderen Themen) freuen.

 
Deep Dive MVVM (von Laurent Bugnion)
Das Einsatzgebiet von MVVM beschränkt sich nicht nur auf WP7, doch ist dieses Pattern auch dort sehr verbreitet. Laurent Bugnion zeigt in dieser Präsentation wie man einige der häufigsten Probleme bei MVVM lösen oder mindestens elegant umgehen kann. Wer an den TechDays 2011 in Basel war wird die Anwendung die dabei erstellt wird wiedererkennen.

 
The Tale of Two Apps: Making a Splash in the Windows Phone Marketplace (von András Velvárt und Bálint Orosz)
Das Metro-Design scheint auf den ersten Blick die Freiheit der Entwickler deutlich einzuschränken. Die beiden Applikationen “Cocktail Flow” und “SurfCube 3D Browser” zeigen das dies nicht so sein muss. Neben den kreativen Ansätzen und dahinterliegenden Ideen zeigen Velvárt und Orosz auch mit welchen Problemen sie während der Entwicklung zu kämpfen hatten.

 
Who Would Pay For That Feature? Adding Analytics to Your Windows Phone 7 Applications (von David Poeschl)
David Poeschl zeigt in dieser Session was es alles für Möglichkeiten gibt die Benutzung einer WP7 App zu überwachen. Vorgestellt wird dabei vor allem die Lösung von PreEmptive Solutions. Mit deren kostenlosen Dienst kann man neben der Dauer und Häufigkeit der Benutzung auch detailliert erfahren welche Funktionen der eigenen App wirklich verwendet werden. Wie man das Interesse der Entwickler und den Datenschutz der Kunden vereinen kann wird dabei ebenfalls dargelegt.

 
Analyzing and Improving Windows Phone Application Performance (von Jeff Wilcox)
Die Zeiten von unlimitierten Resourcen und Memory ohne Ende sind vorbei – jedenfalls wenn man für den mobilen Bereich programmiert. Nachdem man sich als Entwickler daran gewöhnt hatte das man sich um die Schonung von Resourcen keine Gedanken machen muss steht man nun vor einem Gerät auf dem man maximal 90 MB Ram nutzen darf. Und plötzlich zählt wieder jedes MB an Ram und jedes KB bei der Datenübertragung.
Jeff Wilcox zeigt in seiner Session wie man mit den Tools von Microsoft seine App überwachen und die grössten Resourcenverschwender auffinden kann. Wie man es dann besser macht fehlt ebenso wenig wie generelle Tipps zur Verbesserung der Performance – oder mindestens deren Wahrnehmung.

 
Get Real! Sketch, Prototype, and Capture Great Ideas with Expression Blend and SketchFlow (von Sara Summers)
Sara Summers zeigt wie man mit SketchFlow Prototypen erzeugen kann. Ohne viel Code kann man so prüfen ob die Ideen die man hat so auch funktionieren könnten. Noch fast besser fand ich die Idee mit den Screens auf Papier. Ganz ohne Computer einfach kurz aufzeichnen was man sich so vorstellt macht allen beteiligten schnell klar was man erreichen will. Hat man die Skizze schon in der Grösse des Telefon-Screens gezeichnet merkt man so auch schnell was für die Benutzung angenehm ist – zu kleine Knöpfe oder zu viele Daten fallen so viel schneller auf als wenn man es nur aufs Whiteboard zeichnet.

 
New Data Access Features Coming to Windows Phone (von Sean McKenna)
Mango wird es dem Entwickler ermöglichen die Daten in einer Relationalen DB zu speichern. Dazu greift man mit LINQ to SQL auf den SQL Server Compact (SQL CE) zu. Dies mag erstaunen, hiess es doch das LINQ to SQL tot sei. Bei limitierten Resourcen scheint man nun aber eine Nische dafür gefunden zu haben. Ich bin gespannt wie es mit dieser Technologie weiter gehen wird.
Man wird in Mango auch auf den Kalender und das Adressbuch zugreifen können. Leider nur read-only, was die Möglichkeiten für eigene Anwendungen doch schon wieder limitiert.

 
 

Soweit meine Favoriten der MIX rund um WP7. Wer noch weitere Sessions kennt die man unbedingt gesehen haben muss soll bitte einen Kommentar hinterlassen.

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