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Posts Tagged ‘Linux’

IPv6 bei Ubuntu abschalten

31. Oktober 2011 4 Kommentare

Nach dem Upgrade auf Ubuntu 11.10 hatte ich plötzlich massive Probleme beim Aufrufen von Webseiten. Die Webseiten wurden schlussendlich angezeigt, aber bis es so weit war dauerte es lange, sehr lange. Erstaunlicherweise gab es im Firefox diese Probleme nicht, wodurch ich dem zuerst keine Beachtung schenkte.

Als ich versuchte mit Ruby einen Linkprüfer zu schreiben wurde dieses Verhalten aber zu einem echten Problem. Um 10 Links zu prüfen brauchte das Script rund 2.5 Minuten. Das war deutlich zu lange um innerhalb einer nützlichen Zeit ein Ergebnis zu bekommen. Es musste also dringend eine Lösung her.

 

IPv6 als Ursache

Mit Google kam ich recht schnell auf die Ursache. Anscheinend gibt es auf meiner Seite der Internet-Verbindung irgendwo Probleme mit IPv6. Mit diesem Wissen hoffte ich auf eine schnelle Lösung – in dem Fall hätte ich aber hier nichts zu schreiben gehabt…

 

Versuch 1: /etc/modprobe.d/aliases erweitern

Im Ubuntu-Forum fand ich einen Tipp die auf mein Problem passte. Man solle die Datei /etc/modprobe.d/aliases öffnen und diese 3 Zeilen einfügen:

alias net-pf-10 ipv6 off
alias net-pf-10 off
alias ipv6 off
#alias net-pf-10 ipv6

Falls es einen Eintrag wie in der 4. Zeile gibt muss diese noch auskommentiert werden (mit einem # am Zeilenanfang). Nachdem man den PC neu gestartet hat soll das Problem behoben sein. Bei mir zeigte diese Änderung leider keinen Effekt. Seit dem dieser Tipp verfasst wurde hatte sich anscheinend zu viel geändert.

 

Versuch 2: /etc/sysctl.conf anpassen

Da der erste Ansatz nicht das gewünschte Ergebnis brachte, suchte ich nach einer weiteren Lösung. Auf WEB UPD8 hatte es einen Eintrag zur einer älteren Version von Ubuntu. In der Datei /etc/sysctl.conf sollte man die folgenden Zeilen einfügen:

#disable ipv6
net.ipv6.conf.all.disable_ipv6 = 1
net.ipv6.conf.default.disable_ipv6 = 1
net.ipv6.conf.lo.disable_ipv6 = 1

Nach dem Neustart blieb auch diesmal der Erfolg aus.

 

Versuch 3: GRUB modifizieren

Nachdem die ersten beiden Versuche keine Besserung brachten testete ich den Vorschlag mit GRUB. In der Datei /etc/default/grub muss man die Zeile mit GRUB_CMDLINE_LINUX suchen und so erweitern:

	GRUB_CMDLINE_LINUX="ipv6.disable=1"

Nach dem speichern unbedingt daran denken dass man GRUB noch aktualisieren muss:

sudo update-grub

Als ich den PC neu gestartet hatte lief auch der Linkprüfer mit einer brauchbaren Geschwindigkeit: 10 Sekunden waren deutlich besser als die 2.5 Minuten.

 

Fazit

Bis man eine funktionierende Lösung hat kann es mehrere Anläufe brauchen. Gerade wenn man eine sehr neue Version von Ubuntu einsetzt sollte man auch die Tipps prüfen die für ältere Versionen gedacht sind.
Es ist dabei äusserst hilfreich wenn man einen automatischen Test laufen lassen kann der einem verlässlich mitteilt, ob sich die Situation verbessert hat. So braucht man nicht selber lange zu suchen und muss nur ein Script ausführen.

Auch wenn bei mir nur die dritte Variante funktionierte, sollte man auch die anderen testen. Vielleicht gehen Tipps 1 und 2 wo der 3. nicht funktioniert.

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WLAN unter Fedora 12

6. Januar 2010 Kommentare aus

Bei der Installation von Fedora 12 auf dem Dell XPS M1330 wurde die WLAN-Karte nicht automatisch erkannt. Ich musste mich somit selber darum kümmern. Um WLAN unter Linux zu benutzen setze ich NDISwrapper ein. Dieses Tool ermöglicht die Verwendung der Windows-Treiber unter Linux.

 
Vorbereitung
Als erstes sollte man immer die Yum-Repositories von Livna und RPMFusion hinzufügen. Das hat zwar nicht direkt etwas mit WLAN zu tun, doch ist in diesen Verzeichnissen all die Software drin, die wegen den Lizenzen nicht von Fedora mitgeliefert werden. Die Installation wie auch die restlichen Befehle sollte man als Root ausführen.

rpm -Uvh http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-stable.noarch.rpm
rpm -Uvh http://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-stable.noarch.rpm
rpm -Uvh http://rpm.livna.org/livna-release.rpm

 
WLAN-Chip bestimmen
Damit man den richtigen Treiber benutzt, muss man wissen was eingebaut wurde. Dies geht sehr einfach mit dem Befehl lspci:

lspci -v
0c:00.0 Network controller: Broadcom Corporation BCM4328 802.11a/b/g/n (rev 03)
	Subsystem: Dell Wireless 1500 Draft 802.11n WLAN Mini-card
	Flags: bus master, fast devsel, latency 0, IRQ 17
	Memory at f1ffc000 (64-bit, non-prefetchable) [size=16K]
	Memory at f0000000 (64-bit, prefetchable) [size=1M]
	Capabilities: 
	Kernel driver in use: ndiswrapper
	Kernel modules: ssb

 
NDISwrapper installieren
Bevor man sich hinter die Installation macht, sollte man sein System auf einen aktuellen Stand bringen. Ist dies gemacht, kann man das Kernel-Modul von NDISwrapper installieren:


yum upgrade
yum install kmod-ndiswrapper

Der Treiber variiert je nach WLAN-Modul. Der zu meiner Karte passende Treiber ist der R151517.exe. (Die URL für den Download muss man entsprechend seinem Treiber anpassen.) Nach dem man den Treiber heruntergeladen oder von der Installations-CD kopiert hat, kann man diesen auspacken. Die *.inf-Datei muss mit NDISwrapper installiert und für das Kernelmodul konfiguriert werden:

mkdir /ndiswrapper_drivers
cd /ndiswrapper_drivers/
wget http://ftp.us.dell.com/network/R151517.EXE
unzip -a R151517.EXE -d driver/
cd driver/DRIVER/
ndiswrapper -i bcmwl5.inf
ndiswrapper -l
ndiswrapper -m
modprobe ndiswrapper

Sollte es beim laden des Moduls eine Fehlermeldung geben, muss der Name der Konfigurationsdatei korrigiert werden:

mv /etc/modprobe.d/ndiswrapper /etc/modprobe.d/ndiswrapper.conf
modprobe ndiswrapper

 
Kontrolle
Hat man NDISwrapper erfolgreich installiert, sollte dmesg eine vergleichbare Ausgabe liefern:

dmesg | grep wlan
wlan0: ethernet device 00:26:5e:1a:ec:67 using NDIS driver: bcmwl5, version:
0x4640f05, NDIS version: 0x501, vendor: 'NDIS Network Adapter', 14E4:4328.5.conf

Wenn der Kernel die Hardware gefunden hat, sollte diese auch mit iwconfig gezeigt werden:

iwconfig 
lo        no wireless extensions.

eth0      no wireless extensions.

wlan0     IEEE 802.11g  ESSID:"*****"  
          Mode:Managed  Frequency:2.412 GHz  Access Point: 00:24:01:29:E6:12   
          Bit Rate=130 Mb/s   Tx-Power:32 dBm   
          RTS thr:2347 B   Fragment thr:2346 B   
          Power Management:off
          Link Quality:68/100  Signal level:-52 dBm  Noise level:-96 dBm
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:546   Missed beacon:0

In dem Fall ist das WLAN bereit für die Zugangskonfiguration. Diese kann man über das grafische Tool NetworkManager vornehmen. Dazu wählt man das gewünschte Netzwerk aus und gibt seinen Key ein – so wie man es auch unter Windows oder Mac macht.

 
Achtung
Es ist sehr wichtig, dass die Versionen vom Kernelmodul von NDISwrapper mit dem des verwendeten Kernels überein stimmt. Andernfalls wird das Modul nicht funktionieren. Da sich dies nicht immer durch eine Meldung beim laden bemerkbar macht, kann man da sehr viel Zeit verlieren.

 
Hilfreiche Anleitungen
Um diese Anleitung zu erstellen, halfen mir diese Anleitungen und Blogeinträge weiter.

Vielen Dank!

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Fedora: SSH-Verbindungsaufbau beschleunigen

18. Oktober 2009 1 Kommentar

Nach dem Upgrade auf Fedora 11 dauerte der Verbindungsaufbau ewig. Vom absenden des ssh-Befehls bis zur Aufforderung zur Passworteingabe dauerte es meistens 50 Sekunden. Vom gleichen Rechner aus dauerte der Aufbau der Verbindung zu einem Debian-Server weniger als eine halbe Sekunde.
Erst dachte ich an eine Überlastung des Rechners, da dieser nach dem Start jeweils zahlreiche Programme startet. Aber die Verbindung wurde auch dann nicht schneller aufgebaut, als der Rechner nichts zu tun hatte.

 
GSSAPI deaktivieren

Ein erster Hinweis im Fedora Forum deutete auf GSSAPI hin.

# GSSAPI options
GSSAPIAuthentication no
#GSSAPIAuthentication yes
#GSSAPICleanupCredentials yes
#GSSAPICleanupCredentials yes

Nach dem deaktivieren der entsprechenden Option von GSSAPI in der Datei /etc/ssh/sshd_config dauerte der Verbindungsaufbau „nur“ noch 10 Sekunden. Zwar schon 40 Sekunden weniger, aber auch 10 Sekunden sind immer noch viel zu lang.

 
UseDNS deaktivieren

UseDNS no

Nach nochmaligem suchen fand ich den Hinweis auf die DNS-Abfragen. Ich dachte, dass durch die Verwendung der IP-Adresse keine DNS-Anfrage abgeschickt würde. Aber nach dem Abschalten von UseDNS war der Verbindungsaufbau gleich schnell wie zum Debian-Server.

0.5 oder 50 Sekunden ist eine deutliche Verbesserung.

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