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Archive for Juni 2010

Rezension zu “MCTS Self-Paced Training Kit WPF”

28. Juni 2010 1 Kommentar

MCTS Self-Paced Training Kit (Exam 70-502): Microsoft® .NET Framework 3.5 Windows® Presentation Foundation” von Matthew A. Stoecker erschien 2008 bei Microsoft Press als offizielles Training Kit für die WPF Zertifizierung. Neben dem Buch gibt es auch noch einen elektronischen Fragenkatalog, der einem auf die Prüfung vorbereiten soll.

Das Buch folgt dem Umfang der Prüfung 70-502 und gliedert sich in diese 10 Kapitel:

  1. Grundlagen WPF
  2. Events, Commands und Settings
  3. User Interface erstellen
  4. Inhalte hinzufügen und verwalten
  5. Databinding konfigurieren
  6. Konvertieren und Validieren von Daten
  7. Styles und Animationen
  8. User Interface anpassen
  9. Resourcen, Dokumente und Lokalisierung
  10. Deployment

Die Kapitel sind jeweils in 2 bis 4 Lektionen unterteilt und können meist in der angegebenen Zeit (30-45 Minuten) erledigt werden. Im Anhang des Buches gibt es zudem einen 15% Gutschein für die WPF-Zertifizierung.

Der Fragenkatalog nutzt wie die Zertifizierung einen Multiple-Choice Tests mit meist 4 möglichen Antworten, von denen eine oder mehrere Korrekt sein können. Hilfreich ist die Auswertung nach der Beendigung des Tests, die grafisch aufzeigt in welchem Gebiet man noch schwächen hat.

 
Abgrenzung
Das Training Kit ist nicht für Leute die sich zum 1. Mal mit WPF beschäftigen. Die Einführungen sind dazu zu kurz und setzten stellenweise Wissen voraus, das erst später behandelt wird. Die Beispiele behandeln jeweils genau das was in der Lektion besprochen wird. Gegen Ende wird zwar auf die ersten Beispiele zurückgegriffen, allerdings primär um etwas fürs Deployment zu haben.

 
Stärken
Die starke Orientierung an der Prüfung hilft beim Fokussieren und gibt einem ein Gefühl was bei der Prüfung auf einem zukommen wird. Wer sich schon mit WPF auskennt erfährt auf eine kompakte Art, worauf Microsoft bei der Zertifizierung wert legt.
Die Grösse der Lektionen fand ich sehr angenehm. Es ist genug Zeit um das Thema zu bearbeiten und kurz genug das man dafür Zeit findet.

 
Schwächen
Wer das Training Kit kauft will sicher die Zertifizierung machen. Leider werden im Buch nicht alle Bereiche der Prüfung behandelt. Auf der Rückseite des Buches wird 3D zwar explizit erwähnt, allerdings fehlt dies im Buch komplett.

Deutlich schlechter fand ich den Unterschied beim Schwierigkeitsgrad der Fragen. Im Training Kit sind die Fragen oft konzeptionell und relativ einfach, in der Prüfung geht es sehr ins Detail und weit über WPF hinaus.

Bei einigen Punkten musste ich nach der Prüfung feststellen, dass es zwar im Buch steht, allerdings zu wenig deutlich hervorgehoben wird. Gerade wenn es um die kleinen aber wichtigen Details geht wären viel mehr “Exam Tips” äusserst hilfreich gewesen.

Man sollte unbedingt auch einen Blick ins Errata werfen. Die Qualität ist zwar sehr gut, allerdings gibt es gerade bei den Navigations-Events einen sehr mühsamen Fehler der nicht hätte passieren dürfen.

 
Fazit
Das Training Kit hilft auf dem Weg zur Zertifizierung, bringt einem aber alleine nicht durch die Prüfung. Wie (wohl) immer muss man neben einem tiefgründigen Detailwissen auch einiges an Praxiserfahrung haben. Ich fand “WPF in Action” eine gute Ergänzung und war froh auch dort die Beispiele durchgearbeitet zu haben.

Das Training Kit ist aber nur etwas für Leute die auch die Zertifizierung zum MCTS machen wollen. Wer daran nicht interessiert ist wird vom Buch kaum profitieren können.

 
Zum Buch
MCTS Self-Paced Training Kit (Exam 70-502): Microsoft .NET Framework 3.5 Windows Presentation Foundation” von Matthew A. Stoecker, 2008 Microsoft Press, ISBN 978-0-7356-2566-2, 524 Seiten

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Buch-Rezension zu “Refactoring to Patterns”

10. Juni 2010 1 Kommentar

Refactoring to Patterns” von Joshua Kerievsky erschien 2004 bei Addison-Wesley. Es verbindet die beiden Themen Design Patterns und Refactoring.

 
Voraussetzungen
Um mit diesem Buch arbeiten zu können, sollte man unbedingt “Refactoring” von Martin Fowler zur Hand haben. Kerievsky verweist bei den Refactorings fast immer auf Fowler [F]:

Now I apply Inline Class [F] …

Dies hat den Vorteil nicht noch einmal alle Refactorings aufschreiben zu müssen, mit denen Fowler ein ganzes Buch füllte. Dies bedeutet aber auch, dass man ohne “Refactoring” grosse Verständnisprobleme haben wird.

Bei den Design Patterns ist es ein wenig anders. Man sollte mindestens schon einmal von “Design Patterns: Elements of Reusable Object-Oriented Software” der Gang of Four (GoF) gehört haben. Ein ungefähres wissen was beim Pattern erreicht werden soll genügt um dem Buch folgen zu können. Wer allerdings verstehen will was der Sinn des entsprechenden Patterns ist, wird nicht um weiterführendes Material herum kommen.

 
Wieso Patterns?
In der Einführung darf ein Kapitel zum Thema Patterns natürlich nicht fehlen. Kerievsky räumt darin mit einigen Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen auf. Es gibt viele Wege ein Pattern zu implementieren. Dies ist besonders erwähnenswert, da dies allzu oft bestritten wird. Aus platzgründen wurde bei der GoF jedes Pattern nur einmal erklärt. Dies bedeutet aber nicht, dass es nur einen einzigen richtigen Weg zur Umsetzung gibt.

Ein weiterer guter Tipp von Kerievsky ist unter “Patterns Happy” zu finden. Nur weil man sich mit Patterns beschäftigt und diese nun überall gerne einsetzen würde, sollte man dennoch erst einmal Nachdenken. Macht es hier wirklich Sinn? Gewinne ich wirklich etwas durch das Pattern? Stehen Aufwand und Ertrag sowie die Wartbarkeit in einem akzeptablen Verhältnis? Ein blinder Wettlauf um möglichst viele Patterns anzuwenden führt am Ende sicher nicht zu besserer Software.

 
Der Katalog
Der Katalog von Kerievsky umfasst 27 Refactorings. Diese sind auf einer höheren Abstraktionsebene als diejenigen von Fowler. Kerievsky zeigt wie man die Bausteine von Fowler so anordnen kann, das man etwas grösseres daraus machen kann.

Vom Format her orientiert er sich ebenfalls an Fowler. Neben Titel, Zusammenfassung, Motivation, Ablauf und dem Beispiel folgt aber noch Variationen. Dieser Abschnitt dient zum Aufzeigen von alternativen Umsetzungen.

 
Fazit
Kerievsky gelingt es sowohl Patterns mit Refactoring zu verbinden wie auch neue Ideen zu beiden Themen zu liefern. Stellenweise hätte ich mir mehr Informationen zu den Refactorings oder den Patterns gewünscht. Dies lässt sich aber in “Refactoring” und “Design Patterns” nachschauen.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der die beiden Themen zusammen bringen muss. Wer sich allerdings nur für Patterns oder nur für Refactoring interessiert, wird mit diesem Buch nicht viel anfangen können.

 
Zum Buch
Refactoring to Patterns” von Joshua Kerievsky, 2004 Addison-Wesley, ISBN 978-0-321-21335-8, 400 Seiten

Bemerkenswerte Links im Mai 2010

1. Juni 2010 Kommentare aus

Die Links für den Mai reichen vom Bohrloch im Golf von Mexiko über den Flash Crash zum Euro und weiter bis zu Kopernikus. Ich wünsche viel Spass beim lesen.

 

Gefahr aus der Tiefe
Peter Fairley berichtet für Technology Review über die Gefahren der Tiefseebohrungen zur Ölförderung. Die eklatanten Sicherheitsprobleme sind nun ja allgegenwärtig. Neben einer unglaublichen Menge Öl ist im Mai ja auch eine unglaubliche Menge an Fakten über Probleme, Fehlverhalten, Vertuschungen und Skandale ans Licht gekommen. Wenn auch der Bericht nicht auf dem neusten Stand ist, so beleuchtet er doch ausführlich die Grundprobleme.

Kampf dem “Flash Crash”
Neben dem Öl war auch der “Flash Crash” an der Börse ein Thema. Wer hätte gedacht das Computersysteme für den sekundenschnellen Handel am Ende auch innerhalb von Sekunden handeln können? Nun sucht man die Ursachen und spricht von grossen Veränderungen. Ich bin gespannt was davon in einem Jahr noch übrig sein wird.

Barroso und andere Euro-Feinde
Hans-Martin Tillack nimmt sich der Euro-Krise an. Er holt ein wenig weiter aus und verweist auch auf seinen 5 Jahre alten Bericht, wo er dies vorausgesagt hat. Wie bei der Hypothekenblase für US-Immobilien kommt nun auch beim Euro einer nach dem anderen der es ja schon immer gesagt hat. Schön wen der Text gleich auf die entsprechenden Berichte verlinkt. So kann man selber gleich nachlesen, was da früher schon prophezeit wurde.

Aktuelle NRW-Wahlergebnisse? Bei @popkulturjunkie
In Deutschland, oder genauer in NRW, waren im Mai auch noch Wahlen. Ulrike Langer nahm sich die Zeit um über das Schwinden der Berichterstattungshoheit der traditionellen Medien zu berichten. @popkulturjunkie war mit seinen Hochrechnungen nicht nur genauer, sondern auch massiv schneller als das ZDF. Einmal mehr war “Twitter” somit schneller…

Ein Persönlichkeitsrecht für Jägerzäune
Google und Street View waren auch im Mai wieder sehr präsent. Mspro geht dem Medien-bashing nach und weist auf die Gefahren hin, die damit verbunden sind. Wenn es vordergründig nur um Google geht, so steht am Ende doch weit mehr auf dem Spiel als die Bilder in Street View.

The Media Equation – Taylor Momsen Did Not Write This Headline
Die NY Times berichtet über die Bedeutung der Schlagzeile. Sind die richtigen Worte (oder wie in dem Fall Leute) drin, ist das Ranking des Berichts gleich viel höher. Sollte eine Schlagzeile aber nicht irgendwie mit dem Text verbunden sein? Wollen wir wirklich dem Diktat der Suchmaschinen folgen und in jeder Schlagzeile Taylor Momsen begegnen?

“Vielleicht bin ich germanophil”
Der Tagi interviewte Tim Guldimann, unseren neuen Botschafter in Berlin. Folgt man der Schweizer Presse müsste man ja an jeder Stelle von Deutschen überflutet werden. Das die Realität doch deutlich anders aussieht muss uns wohl einer von ausserhalb mal wieder ins Bewusstsein rufen. Lesenswert!

Chasselas: Gehasst und geliebt
Ebenfalls im Tagi erschien ein detaillierter Bericht über den Chasselas. Die verbreiteteste Rebsorte der Schweiz hatte lange einen sehr schlechten Ruf. Der Bericht geht dem nach und rückt einiges zu recht. Schade das nicht mehr solche tiefgründigen Berichte im Tagi erscheinen.

Die grosse Angst vor klugen Köpfen
Hugo Stamm kommentiert die Geschehnisse nach der Wahl von Roger de Weck zum neuen SRG-Generaldirektor. Die SVP sieht einmal mehr einen “Intellektuellen” – was immer häufiger als Kampfbegriff missbraucht wird. Wo leben wir eigentlich, dass man mit “Intellektuellen” Leute verunglimpft? Stamm bringt es auf den Punkt:
“Wenn der Kampf gegen Intellektuelle zum guten Ton gehört, sollte man die Sinne besonders schärfen. Dann lohnt es sich, gut zu beobachten, wohin die politische Reise geht. “

Kirche schliesst Frieden mit Kopernikus
Es gibt da ja noch eine andere Institution, die es mit Querdenkern schwer hat. Da kann es schon mal ein halbes Jahrtausend gehen bis man dem Begründer des heliozentrisches Weltbildes verzeiht. Vielleicht beschleunigt sich dies ja in den nächsten 500 Jahren…

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