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Archive for Oktober 2009

Aktualität – ein Begriff im Wandel?

28. Oktober 2009 Kommentare aus

Heute brachte 20 Minuten einen Beitrag zu Wowd. Dies ist eine neue Suchmaschine, “die ihren Usern nur Treffer von guten und aktuellen Websites liefern will“.
Ob es dies braucht und ob das nun wirklich so toll ist, kann ich nicht beurteilen. Mir fiel vor allem ein Satz in dem Beitrag auf:

“Die Treffer von Wowd sind nicht gerade brandaktuell. Im Test wurden auch solche präsentiert, die 59 Minuten alt waren.”

Was vor 59 Minuten erstellt wurde ist nun also schon alt? Hat Twitter und all die anderen Web 2.0 Anwendungen das Zeitgefühl derart verändert, dass nach einer Stunde schon die ganze Aktualität und Relevanz weg ist?

Vor nicht all zu langer Zeit konnte man schon froh sein, wenn der Webcrawler der Suchmaschinen einmal pro Monat auf einer Seite vorbei schaute. Und bei den Suchergebnissen war alles was im letzten halben Jahr erschienen ist noch Top aktuell.

Es ist ja toll wie schnell nun Informationen verbreitet und gefunden werden können. Aber wird unser Anspruch nach zeitnahen Informationen nicht langsam gefährlich? Ist Aktualität wichtiger als Inhalt? Wird so nur noch nachgeplappert, ohne dass man den Inhalt überprüft? Eine sorgfältige Prüfung braucht Zeit und diese bremst die Veröffentlichung.

Was passiert mit (absichtlich) fehlerhaften Informationen? Die schnelle Verbreitung von News funktioniert, aber diejenige der Korrekturmeldungen scheint immer wieder mit Problemen behaftet zu sein. Man ist lieber beim berichten vorne dabei als beim korrigieren seiner Beiträge.

Als Leser stellt sich für mich noch eine Frage: will ich mich wirklich mit Informationen zuschütten lassen, die nach einer Stunde der Aktualität wegen keine Relevanz mehr haben?

Tools und Links für OpenStreetMap

26. Oktober 2009 1 Kommentar

Für OpenStreetMap gibt es zahlreiche Tools und Webseiten, die einem in den verschiedenen Phasen der Kartenerstellung helfen können. Das Wiki kennt wohl jeder, der sich bei OpenStreetMap beteiligt. Dies dient als primäre Anlaufstelle für fast jedes Themengebiet. Sei es das Forum für die Schweiz oder die Geräteübersicht für GPS Empfänger. Im Folgenden werde ich den Schwerpunkt auf Links ausserhalb von OpenStreetMap legen.

Zur Planung der Mapping Tour
Vor dem Start der Mapping Tour empfiehlt es sich zu schauen, was bereits erfasst wurde. Die Webseite von OpenStreetMap ist da die erste Anlaufstelle. Ich schaue jeweils auch mit JOSM nach, ob schon GPX-Tracks in der Gegend erfasst sind. Die deuten oft auf andere Mapper hin, die in der gleichen Region aktiv sind.
Google Earth finde ich jeweils auch hilfreich. Sofern die Satellitenfotos nicht 10 oder mehr Jahre alt sind, helfen diese sehr gut beim planen. Ist man zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs, ist der Lineal zum messen der Strecke praktisch.
Im dichter bebauten Gebiet ist es oft mühsam zu erkennen, wo noch einzelne Strassen fehlen. Auf http://sautter.com/map/ gibt es die Möglichkeit, die Karten von Google Maps und OpenStreetMap übereinander zu legen. Mit einem Regler kann man die eine oder die andere Karte deutlicher darstellen.

Des Öfteren stellte sich mir die Frage, ob zwei Wege miteinander verbunden sind oder ob es in der Region noch mehr Wege gibt. Ich benötigte eine genaue Karte, die alles zeigt und nicht absichtlich mit Fehlern angereichert ist. In der Schweiz haben sehr viele Gemeinden eine Karte auf ihrer Webseite. Diese basieren oft auf den Daten der amtlichen Vermessung und sind daher meistens sehr genau. Hin und wieder hat man sogar das Glück, dass ganze Regionen ihre Karten über ein Portal anbieten, wie zum Beispiel GeoSeeland.

Zur Kartenerstellung
Falls man ein Garmin GPS Empfänger besitzt, der keine GPX Dateien erzeugen kann, muss man diese erst umwandeln. Für kleinere Dateien nutzte ich den TCX->GPX Konverter. Man braucht nichts zu installieren, aber es ist halt nicht wirklich schnell und unterstützt je nach dem nicht alle Dateien. Bei mir schnitt es den Track ab, hatte ich bei der Aufzeichnung einmal Stopp gedrückt. Für solche Tracks half mir TCX Konverter.

Die Karte kann auch über die Webseite ergänzt werden. Der eingebaute Editor heisst Potlatch und ist ein Online-Editor der Flash benötigt. Er wird über den “Edit”-Reiter auf der Kartenseite gestartet. Ich konnte mich bisher damit nicht anfreunden. JOSM finde ich da angenehmer. Dies ist ein Java Programm und ist sehr leicht zu bedienen.

Zur Kontrolle
Nachdem die Karte ergänzt wurde, geht es an die Kontrolle. Mittlerweile geht es meist nur wenige Stunden, bis die Karte online ist. Falls dies aber nicht klappt oder man es schneller möchte, kann “The Information Freeway” helfen. Schneller hängt hierbei aber immer von der Warteschlange der Anfragen ab.

Keep right! kontrolliert die Karten anhand zahlreicher Kriterien. Es ist ideal um Punkte aufzuspüren, die nahe beieinander liegen und wohl nur ein Punkt sein sollten. Oder falsche Ebenen von sich kreuzenden Linien, oder falsch erfasste Tunnels und Brücken. So kann man sehr einfach die Datenqualität verbessern. Für die Webkarte mag das vielleicht keinen sichtbaren Einfluss haben, sobald man aber aus den Daten von OpenStreetMap für Navigationssysteme Wege berechnen will, wird dies eine Rolle spielen.

Ich hoffe mit dieser kleinen Auswahl ein wenig geholfen zu haben. Für Hinweise zu weiteren hilfreichen Seiten oder Tools wäre ich dankbar.

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Mein Einstieg in OpenStreetMap

25. Oktober 2009 Kommentare aus

Von OpenStreetMap habe ich wohl vor 3 oder 4 Jahren zum ersten Mal gehört. Mir gefiel die Idee, freie Geodaten zu erfassen um daraus alle möglichen Karten zu generieren. Allerdings war ich damals sehr skeptisch, ob diese riesige Aufgabe umsetzbar wäre.

Im Sommer 2008 berichtete Heise und andere Medien immer öfter über OpenStreetMap. In Hamburg war man kurz vor der Fertigstellung des Strassenplans. Aus der Idee eines Einzelnen hatte sich OpenStreetMap zu einem gewaltigen Projekt entwickelt. Sogar Ipsach war nun vorhanden, wenn auch vorwiegend nur die grösseren Strassen erfasst waren. Sobald ich mehr Zeit haben würde, wollte ich die Lücken rund um meinen Wohnort schliessen.

Es dauerte aber bis zum 25. Oktober 2008, bis ich mich mit meinem GPS-Gerät auf den Weg machte. Der Meisenweg direkt vor der Haustüre war mein Startpunkt. Es folgten Lerchen-, Finken- und Amselweg. Nachdem ich die Seitenwege erfasst hatte, ging es an den Bielersee und dort folgte ich dem Strandweg bis nach Sutz.

Wieder zu Hause folgte die Konvertierung der GPS-Daten ins Format GPX. Es dauerte ein wenig, aber ich fand am Ende eine Webseite, die diese Konvertierung erledigt. Die Daten konnte ich nun auf den Datenserver von OpenStreetMap hochladen. Mit JOSM habe ich aus der Punktspur vom GPS die Wege erfasst. Dazu genügt es wie bei einem Zeichenprogramm eine Linie über die Punkte zu ziehen. Nach dem Erfassen der Strassennamen und Bodenbeläge lud ich die Daten hoch.
Zu der Zeit wurde die Hauptkarte nur ein Mal pro Woche erstellt. Ich musste mich so bis zum nächsten Mittwoch gedulden, bevor ich meinen Beitrag angezeigt bekommen habe.

Ich war überrascht wie einfach das ganze war. Ein wenig draussen spazieren, das GPS-Gerät mitnehmen und sonst brauchte ich damals nichts. Mir gefiel dies so gut, dass ich möglichst bald wieder etwas kartieren wollte. Und so geht es mir auch ein Jahr später noch.

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Braucht es Bugtracking noch?

23. Oktober 2009 Kommentare aus

Ilker Cetinkaya bloggte zu dem Thema und kam zum Schluss, dass Bugtracking heutzutage unnötig sind. „Aber sicher braucht es dies noch!“ war mein erster Gedanke. Ich las darauf hin nochmals seinen Beitrag und dachte ein wenig länger über seine Argumente nach.

Heutige Projekte meint bei ihm Projekte, die ein agiles Vorgehensmodell haben, TDD und CI in vollem Umfang nutzen und generell gemäss Clean Code Developer die Qualität hochhalten.
Bugs werden so weit wie möglich durch Unit Tests verhindert und wenn ein Bug durchkommt, wird dessen Behebung mit einer dem Kundennutzen entsprechenden Priorität versehen. Entweder wird dieser gleich behoben oder verworfen, falls er nicht wichtig ist.

Außerdem: Gefühlt implementiert nahezu jeder, der was auf sich hält seine Software mit agilen Methoden und Praktiken. Scrum und XP sind schon längst angekommen; und mit TDD und Clean Code wir bewegen uns auf einem hohen Niveau, oder nicht?

Das wäre schön. Das was „jeder“ macht wird zwar oft agil genannt, doch ist es das wirklich? Oder ist es nicht eher ein Etikettenschwindel?

Bei mir läuten die Alarmglocken. Ich höre schon die Leute sagen, dass man als agiles Projekt generell kein Bugtracking braucht. Genau so wenig wie Dokumentation. Oder eine Planung. Doch nur weil man die Dokumentation weglässt, ist man noch lange nicht agil!

Bei länger laufenden Projekten hat die Nachvollziehbarkeit eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Die Entwickler-Teams ändern gleich wie die Kundenvertreter, neue Leute kommen und gehen. Ein Bugtracking hilft da schon abgeklärte Probleme nicht ständig wieder von vorne behandeln zu müssen. Die Erarbeitung von Workarounds kann da vielleicht ebenfalls abgelegt werden, gleich wie die Anleitung zur Reproduktion des Bugs oder einer Begründung, wieso man auf die Fehlerbehebung verzichtet.
Das macht natürlich auch nur dann sinn, wenn man die offenen Bugs abarbeitet. Einfach mal aufnehmen und dann jahrelang nicht bearbeiten kann nicht der Sinn der Sache sein. Das liegt aber nicht per se am Bugtracking, sondern wie man damit arbeitet.

Bugtracking lässt sich mittels Software vereinfachen. Wie man Bugs (und Feature Requests) aufnimmt und bis zur Erledigung ablegt, muss zum Projekt passen. Bugtracker sind da eine Möglichkeit, die bei der Verfolgung der Bugs helfen. Aber je nach Projektgrösse genügt auch eine Textdatei oder ein Wiki.
Ein halbwegs brauchbarer Bugtracker sollte einem auch beim Auswerten der Bugs helfen. Kann man auf Klassen- oder zumindest auf Komponentenebene die Bugs kategorisieren und auswerten, sieht man wo man bessere Tests schreiben muss.
Zu wissen wo die Qualität nicht den Anforderungen entspricht ist auch bei Legacy-Code sehr hilfreich. Dort fehlt es ja meistens an Unit Tests. Kann man mit gezielten Verbesserungen genau dort ansetzen, hat am Ende auch der Kunde etwas davon.

Für mich ist Bugtracking daher wichtig. Wie bei allem stellt sich auch da die Frage, wie viel Aufwand man betreiben will. Es ist sicher nicht der Sinn der Sache, die ganze Zeit nur Bugs zu erfassen und dann keine Zeit für deren Behebung zu haben. Wie man die Kunden informiert und wie man die Bugs abarbeitet liegt nicht per se am Bugtracking, sondern wie man dies definiert und lebt.

In der Zwischenzeit fand ich eine Antwort von Golo Roden zum Post von Ilker Cetinkaya. In seinem Blogpost gibt es weitere gute Aspekte zur Begründung von Bugtracking.

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Fedora: SSH-Verbindungsaufbau beschleunigen

18. Oktober 2009 1 Kommentar

Nach dem Upgrade auf Fedora 11 dauerte der Verbindungsaufbau ewig. Vom absenden des ssh-Befehls bis zur Aufforderung zur Passworteingabe dauerte es meistens 50 Sekunden. Vom gleichen Rechner aus dauerte der Aufbau der Verbindung zu einem Debian-Server weniger als eine halbe Sekunde.
Erst dachte ich an eine Überlastung des Rechners, da dieser nach dem Start jeweils zahlreiche Programme startet. Aber die Verbindung wurde auch dann nicht schneller aufgebaut, als der Rechner nichts zu tun hatte.

 
GSSAPI deaktivieren

Ein erster Hinweis im Fedora Forum deutete auf GSSAPI hin.

# GSSAPI options
GSSAPIAuthentication no
#GSSAPIAuthentication yes
#GSSAPICleanupCredentials yes
#GSSAPICleanupCredentials yes

Nach dem deaktivieren der entsprechenden Option von GSSAPI in der Datei /etc/ssh/sshd_config dauerte der Verbindungsaufbau „nur“ noch 10 Sekunden. Zwar schon 40 Sekunden weniger, aber auch 10 Sekunden sind immer noch viel zu lang.

 
UseDNS deaktivieren

UseDNS no

Nach nochmaligem suchen fand ich den Hinweis auf die DNS-Abfragen. Ich dachte, dass durch die Verwendung der IP-Adresse keine DNS-Anfrage abgeschickt würde. Aber nach dem Abschalten von UseDNS war der Verbindungsaufbau gleich schnell wie zum Debian-Server.

0.5 oder 50 Sekunden ist eine deutliche Verbesserung.

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